Tierwohl ist Natur- und Klimaschutz

07.05.2019 • 18:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Familie Feistenauer zeigt, wie Naturkreislauf(land)wirtschaft geht.
Familie Feistenauer zeigt, wie Naturkreislauf(land)wirtschaft geht.

Geht es unseren Mitgeschöpfen gut, geht es auch uns Menschen gut.

SCHWARZACH Nicht die Kuh ist der Klimakiller, sondern der Irrweg der toxischen globalisierten Agrarindustrie. In Regionen wie Vorarlberg wird längst erfolgreich gegengesteuert mit „Vielfalt statt Einfalt“, mit Verzicht auf Glyphosat, mit einer Wirtschaftsweise im Einklang mit der Natur. Auch heuer haben alle Tierfreunde wieder die Möglichkeit, mit gutem Beispiel voranzugehen und sich für den Tierschutzpreis 2019 anzumelden – in den Kategorien „ehrenamtlicher“ und „beruflicher“ Umgang mit Tieren. Einfach das Tierwohl-Projekt kurz beschreiben sowie zwei bis fünf Fotos an tierschutzpreis@vn.at senden. „Artgerechte und im Einklang mit der Natur stehende Tierhaltung garantiert gesunde Lebensmittel“, sagt Gesundheitslandesrat Christian Bernhard. „Es liegt maßgeblich an uns Konsumenten, durch unser Kaufverhalten und unsere Ernährungsgewohnheiten die kleinen, regionalen Strukturen, die diese Lebensmittelsicherheit garantieren, zu stärken und zu fördern. Der Vorarlberger Tierschutzpreis trägt der vielfältigen Bedeutung, die die Tiere für uns Menschen haben, in besonderer Weise Rechnung und ich danke allen, die Tierschutz leben und sich dafür einsetzen.

Der richtige Weg

Bisherige Tierschutzpreisträger zeigen den richtigen Weg auf, so auch die Familie Bernhard Feistenauer in Meiningen. Er ist Lehrer an der Landesberufsschule Feldkirch im Fachbereich Elektrotechnik und hat 1991 den Betrieb vom Schwiegervater übernommen. 1995 stellte er auf Bio um und die Milchproduktion ein. Der Hof von Angelika und Bernhard Feistenauer ist ein Low-Input-Betrieb. Zur Energiegewinnung dient nicht nur die Photovoltaikanlage, sondern auf insgesamt 25 Hektar Fläche werden auf fünf Hektar Dinkel, auf drei Hektar Streue und auf eineinhalb Hektar Miscanthus, das sogenannte „Elefantengras“, angebaut. Es hat das höchste Trockensubstanzbildungsvermögen aller Energiepflanzen, braucht keine Düngung und das Erntegut ist sehr leicht und daher bodenschonend. Neben der thermischen Nutzung (Hackschnitzelheizung) ist Elefantengras bestens als Einstreu für Pferde und Rinder geeignet, als Mulchmaterial in Gärten hält es wegen der scharfen Fasern Schnecken fern. Familie Feistenauer setzt auf Vielfalt und Eigenversorgung, hat 20 Mutterkühe, 20 Kälber, einen Stier, zwei Pferde, einen Esel, Hühner und eine Katze. Die genetisch hornlosen Angus-Rinder sind im Sommer auf der Alp. Die Tiere können sich überall frei bewegen. Erst nach zehn Monaten werden die Kälber von den Kühen getrennt. Nur betriebseigenes Futter: Gras, Heu, Silage, Dinkelkleie und Gerste. Es gibt auch einen „Bäuerinnen-Garten“. 25 Hektar werden nachhaltig bewirtschaftet, alle Generationen helfen mit Freude mit, Tiere und Menschen sind glücklich. VD