Elf statt 13 Jahre Haft für wegen Kindesmissbrauchs verurteilten Mann

Vorarlberg / 08.05.2019 • 10:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte war im Dezember 2018 in erster Instanz am Landesgericht Feldkirch zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. VN/SOHM

Oberlandesgericht sprach das letzte Wort. 46-jährigem Oberländer wurden zwei Jahre Haft nachgelassen.

Christiane Eckert

Feldkirch, Innsbruck Vierzehn Tage vor Weihnachten wurde im vergangenen Jahr das Urteil über einen damals 46-jährigen Vorarlberger gesprochen (die VN berichteten). Spätabends gegen 22 Uhr wurde es verkündet: 13 Jahre Haft wegen einer ganzen Reihe von Sexualdelikten, unter anderem schwerer sexueller Missbrauch von Unmündigen, pornografische Darstellung Minderjähriger und Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses. Bei 15 Jahren Strafrahmen eine harte Sanktion für den bislang unbescholtenen Angestellten. Ein Grund, warum Verteidigerin Olivia Lerch sich auf alle Fälle für eine Strafberufung entschied. Auch die Staatsanwaltschaft war trotz des beträchtlichen Strafausmaßes nicht zufrieden und erhob ebenfalls Strafberufung. Lerch drang mit ihrem Rechtsmittel durch und erreichte minus zwei Jahre. Der Berufung der Staatsanwaltschaft wurde hingegen nicht Folge gegeben.

Der Senat erster Instanz sprach den Mann schuldig, im Zeitraum 2003 bis 2014 insgesamt sechs Buben im Alter zwischen neun und zwölf Jahren missbraucht zu haben. Als erschwerend wertete man, dass der Mann sich das Vertrauen der Kinder erschlichen hatte.

Milderungsgründe

Im Gegensatz zur ersten Instanz ging das Oberlandesgericht von einem Geständnis aus und wertete dieses als mildernd. Zudem stützte sich die Strafminderung auf das damals bereits vorgelegte Gutachten von Reinhard Haller, was dem Mann eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit attestierte. Der nun rechtskräftig zu elf Jahren Gefängnis verurteilte Mann dürfte demnächst in eine Haftanstalt in den Osten Österreichs verlegt werden. Feldkirch ist nicht für längere Strafhaften ausgelegt. Die Chancen für eine Entlassung nach zwei Dritteln der Strafe stehen nicht schlecht.