Mit feinem Gespür für die Menschen

Vorarlberg / 08.05.2019 • 18:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
DI Wolfgang Rümmele verstarb am Dienstagabend im Alter von 72 Jahren.
DI Wolfgang Rümmele verstarb am Dienstagabend im Alter von 72 Jahren.

Dornbirn trauert um Wolfgang Rümmele, der die Stadtgeschichte mitgeschrieben hat.

Dornbirn Nach längerer schwerer Krankheit ist der Altbürgermeister und Dornbirner Ehrenbürger Wolfgang Rümmele im Alter von 72 Jahren am Dienstagabend verstorben. Der Tod des beliebten Kommunalpolitikers, der die jüngere Stadtgeschichte Dornbirns wesentlich geprägt hat, hat große Betroffenheit ausgelöst.

Viele Projekte verwirklicht

„Es ist Zeit, den Hut zu nehmen“, sagte Wolfgang Rümmele, als er vor sechs Jahren sein Bürgermeisteramt, das er 14 Jahre lang mit Hingabe ausübte, an seine Nachfolgerin Andrea Kaufmann übergab. Er konnte guten Gewissens gehen, denn während seiner Zeit als Stadtchef hat er in Dornbirn viel bewegt, angefangen von der Modernisierung des Stadtspitals über den Bau von zwei Pflegeheimen bis zur Standortsicherung der Fachhochschule. In seiner Zeit als Stellvertreter seines Vorgängers Rudi Sohm gelang es dem studierten Forstwirt auch, die Bundesforste in den Besitz der Stadt zu bringen. Sein politisches Engagement und Wirken wurde von der Stadt im Mai 2014 mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft gewürdigt.

Wolfgang Rümmele verstand es, seine Interessen, oft genug gegen heftigen politischen Gegenwind, umzusetzen. Heiße Diskussionen im Stadtplenum liebte er, denn er war nie um Antwort verlegen, wenn es hart auf hart ging. „Es ist die Gnade des Alters, dass ich gröbere Konflikte mit den Vertretern anderer Parteien vergessen habe“, zog er kurz vor seinem Rücktritt 2013 eine Bilanz, die nur ein Wolfgang Rümmele ziehen konnte. In der Bevölkerung war er überaus beliebt, denn gerne mischte er sich unters Volk. Und wenn irgendwo ein Klavier in der Nähe war, griff der begeisterte Hobbymusiker gerne als Alleinunterhalter in die Tasten. Während seiner Zeit als Professor am Bundesgymnasium schwang er über Jahre hinweg den Taktstock der schuleigenen Blasmusik.

Sozialen Wohnbau vorangebracht

Nach der Politik setzte sich der Altbürgermeister nicht einfach zur Ruhe. Er übernahm diverse Ehrenämter, als Aufsichtsratsvorsitzender der Vogewosi setzte er sich für den Bau von gemeinnützigen Wohnungen ein. Noch kurz vor seiner schweren Erkrankung konnte er im November vorigen Jahres eine positive Bilanz über die Entwicklung des sozialen Wohnbaus vorlegen. In die Stadtpolitik wollte sich Wolfgang Rümmele nicht mehr einmischen. Ihm war es wichtiger, mehr Zeit für seine Gattin Reinelde, die drei Töchter und seine geliebten Enkel zu haben.

Nicht nur für seine Familie, auch für die Stadt Dornbirn ist der Tod des Altbürgermeisters ein schwerer Verlust, wie Bürgermeisterin Andrea Kaufmann gestern bekräftigte: „Wir verlieren nicht nur einen großen Politiker, dessen Liebe zur Stadt und zu ihrer Bevölkerung immer spürbar war, wir verlieren auch einen guten Freund. Unser Mitgefühl gilt in dieser Stunde seiner Familie.“ Landeshauptmann Markus Wallner würdigte Wolfgang Rümmele als große Persönlichkeit, die viel Positives für die Stadt Dornbirn und das Land erreichen konnte. HA