Volksbefragung für kirchliches Raumkonzept

Vorarlberg / 08.05.2019 • 16:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bei der Volksbefragung stehen drei Varianten für die Neugestaltung des Josefi­saales zur Wahl. Bundesdenkmalamt
Bei der Volksbefragung stehen drei Varianten für die Neugestaltung des Josefi­saales zur Wahl. Bundesdenkmalamt

Rankweiler sollen beim Raumkonzept für St. Josef mitbestimmen.

Rankweil Der Zahn der Zeit nagt an der 50 Jahre alten Pfarrkirche St. Josef in Rankweil. Seit über einem Jahrzehnt werden daher bereits Pläne zur Modernisierung und Verbesserung der räumlichen Infrastruktur, insbesondere beim Josefisaal und dem Archiv gewälzt. Nach diversen Bedarfserhebungen nahm das Vorhaben 2016 mit der Ausschreibung eines Architekturwettbewerbs erstmals Fahrt auf. Als Sieger ging damals das Projekt von Matthias Hein hervor. Dieses stieß jedoch bei der Diözese auf nicht sonderlich viel Gegenliebe, sie spielte den Ball zurück an die Pfarrgemeinde.

Drei Varianten

Damit hieß es zurück ans Reißbrett. Eine eigene Arbeitsgruppe unter der Leitung von Unternehmens- und Prozessberater Anselm Hartmann wurde eingerichtet. In insgesamt 13 Workshops wurden nach Absteckung der Anforderungen an die neuen Veranstaltungsräume drei Bauszenarien erarbeitet. Neben dem Siegerprojekt von 2016, das einen Neubau zwischen Kirche und Pfarrhaus vorsieht, umfasst einer der Vorschläge, ein neues Gebäude in Zusammenarbeit mit einem Partner samt Gastronomiebetrieb in der Südtirolerstraße zu errichten. Kostentechnisch liegen diese beiden Optionen gleichauf, laut einer Grobkostenschätzung der Pfarre würden die Bauten mit je rund 2,6 Millionen Euro zu Buche schlagen. Preisgünstiger wäre hingegen die Sanierung des Josefisaals in den bestehenden Mauern mit Kosten von rund 618.000 Euro. Diese Variante erfülle jedoch die gesteckten Ziele nur zum Teil.

Volksbefragung läuft

Bei einer ersten Präsentation im Herbst 2018 hatte die Bevölkerung bereits die Chance, Anregungen einzubringen. Nun hofft die Pfarre auf weiteres Feedback aus der Gemeinde und beschreitet damit neue Wege. Im Rahmen einer Pfarrversammlung gestern Abend wurden die drei Optionen mit ihren Vor- und Nachteilen noch einmal präsentiert.  Gleichzeitig fiel dort auch der Startschuss für eine Volksbefragung. „Wir wollen mit der Befragung eine breitere Erhebung durchführen, wie die Pfarrmitglieder die einzelnen Projekte bewerten. Es ist nicht immer einfach, in einer sehr differenzierten und komplexen Pfarre wahrzunehmen, wohin die Stimmung geht“, erklärt Pfarrer Wilfried Blum den ungewöhnlichen Schritt. Bis Mittwoch, den 22. Mai, haben die Rankweiler die Möglichkeit, ihre Meinung einzubringen und die drei Varianten zu gewichten. Bereits Anfang Juni soll das Ergebnis bekannt gegeben und anschließend das bevorzugte Projekt weiterverfolgt werden. „Bei einem klaren und eindeutigen Ergebnis wird es daran kein Rütteln geben. Wenn zwei etwa gleichauf sind, dann können die Gremien auch dem zweitgereihten Projekt – mit entsprechender Begründung – den Vorzug geben“, so Blum. Letztlich sei es aber die Diözesanleitung, die grünes Licht gebe oder nicht. „Das ist so, ob es einem gefällt oder nicht.“ VN-WIM

Raumkonzept St. Josef

Option 1 Grundlegende Sanierung des Josefisaals in den bestehen Mauern, Baukosten rund 618.000 Euro, keine zusätzlichen Betriebskosten

Option 2 Neubau zwischen Pfarrhaus und Kirche St. Josef (Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs von 2016), Baukosten ca. 2,6 Millionen Euro, zusätzlich rund 12.000 Euro bei den Betriebskosten

Option 3 Größerer Neubau an der Südtirolerstraße, Baukosten ca. 2,6 Millionen Euro, zusätzlich rund 12.000 Euro bei den Betriebskosten