Blühende Weinbauregion

Vorarlberg / 09.05.2019 • 20:01 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Chablis 2016, Corinne et Jean-Pierre Grossot, Fleys. Die Großeltern von Jean-Pierre haben das Weingut 1920 gegründet. Das Ziel der Familie Grossot ist es, elegante Weine zu erzeugen, in denen das Terroir zum Ausdruck kommt. Ein klassischer Chablis, jugendlich in der Nase, gelbfruchtig, mit Zitrus, grünem Gras, mit einer frischen Säure am Gaumen, salzigen, mineralischen Noten, mit einem straffen Körper und einem nachhaltigen Abgang, ein herrlicher schnörkelloser Wein. Gesehen bei: Weinstein, Dornbirn, 25 Euro

Chablis 2016, Corinne et Jean-Pierre Grossot, Fleys. Die Großeltern von Jean-Pierre haben das Weingut 1920 gegründet. Das Ziel der Familie Grossot ist es, elegante Weine zu erzeugen, in denen das Terroir zum Ausdruck kommt. Ein klassischer Chablis, jugendlich in der Nase, gelbfruchtig, mit Zitrus, grünem Gras, mit einer frischen Säure am Gaumen, salzigen, mineralischen Noten, mit einem straffen Körper und einem nachhaltigen Abgang, ein herrlicher schnörkelloser Wein. Gesehen bei: Weinstein, Dornbirn, 25 Euro

Die Geschmacks­noten des Chablis sind von kalkhaltigen Lehmböden geprägt.

Schwarzach Die Weinregion Chablis liegt nur 180 Kilometer von Paris und 160 Kilometer von Beaune entfernt. Die Weinberge befinden sich im Departement Yonne, in der Nähe von Auxerre. Seit dem 12. Jahrhundert betrieben Zisterziensermönche Weinbau und legten den Grundstein für eine blühende Weinbauregion, die Paris und Umgebung mit Rot- und Weißweinen versorgte. Die Reblauskatastrophe Ende des 19. Jahrhunderts erwies sich als tiefgehender Einschnitt, nur ein geringer Teil der Rebflächen blieb bestehen. Das Chablis und seine Weine gerieten in Vergessenheit. Für Weißweine jeglicher Art, die aus allen Teilen der Welt kamen, wurde der Name „Chablis“ missbraucht und inflationär verwendet. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte der Weinbau eine Renaissance; mit einem unnachahmlichen Wein, dessen Geschmacksnoten von den kalkhaltigen Lehmböden geprägt sind.

Von Weltformat

Chablis steht für Chardonnay, eine Rebsorte von Weltformat, die im nördlichsten Teil des Burgunds auf zirka 5600 Hektar Rebfläche ausgepflanzt ist. Die Geologie dieses kleinen Weinbaugebietes ist größtenteils für die Berühmtheit dieser Weine verantwortlich. Chablis liegt am Rand eines Kalksteinbeckens, das aus prähistorischen Ablagerungen von Austernschalen besteht. Der als „Kimmeridge“ bezeichnete Boden ist für die Typizität der Weine verantwortlich. Chablis erinnert an Steine und Mineralien, an Heu, Apfel, Zitrone oder Lindenblüte. Die Weine sind trocken, finessenreich, mit einer rassigen Säure, die durch das kühle Klima dieser Region bedingt ist.

Die Lese findet im September und Oktober statt, wenn die Trauben den gewünschten Reifegrad erreicht haben. Das Gleichgewicht zwischen Zucker und Säure ist bei diesen nördlichen Klimabedingungen ein wesentlicher Faktor für die Qualität. Die Vinifikation der Weine erfolgt nach alter Tradition, mit einem häufig durchgeführten biologischen Säureabbau und dem Ausbau der Weine in Tanks oder in gebrauchten Holzfässern.

Die besten Weine kommen aus den sieben „Chablis Grand Cru“ Lagen am rechten Ufer des Flusses Serein. Jede der sieben Grand Cru Lagen, zu denen Blanchot, Bougros, Les Clos, Grenouilles, Preuses, Valmur und Vaudésir zählen, bringen eigene Weine hervor, die sich anhand ihrer Stilistik unterscheiden. Weine aus der Lage Les Clos und Vaudésir sind sehr kräftig im Geschmack, intensiv und spannungsreich. Aus dem „Climat“ Preuses kommen Weine, die runder und weniger mineralisch sind, Blanchot und Grenouilles stehen für aromatische Weine, Valmur ist voll und duftig, die Handschrift des Winzers bestimmt die Qualität von Bougros. Chablis Grand Cru Weine reifen über Jahre hinweg und entwickeln nach 20 bis 40 Jahren noch mehr Komplexität. Die 40 „Chablis Premier Cru“-Lagen verteilen sich auf verschiedene Gemeinden auf beiden Seiten des Flusses. Die Besten kommen aus der unmittelbaren Umgebung der Grand Cru Lagen, wie Fourchaume, Montée de Tonnerre und Mont de Milieu. Zu den weiteren Appellationen im Chablis zählen „Chablis“ und „Petit Chablis“. Die Chablis-Weine sind weniger ausdrucksstark, überzeugen jedoch mit Frische und Finesse. Petit Chablis Weine sind unkomplizierte, für den einfachen Genuss erzeugte Weine.

Chablis Premier Cru „Fourchaumes“ 2016, Lamblin & Fils. Das Weingut blickt auf eine lange Weinbautradition zurück, die 1690 im Chablis begonnen hat. Im Weingarten der Familie Lamblin wird so wenig wie möglich in den Kreislauf der Natur eingegriffen. Der Chablis hat eine goldgelbe Farbe mit grünen Reflexen, feine Aromen von Lindenblüte, Zitrus, grünem Apfel und mineralischen Noten, elegant und mineralisch auch am Gaumen, mit einem gut eingebundenen Alkohol und einem anhaltenden Abgang. Gesehen bei: Weinstein, Dornbirn, 28 Euro

Chablis Premier Cru „Fourchaumes“ 2016, Lamblin & Fils. Das Weingut blickt auf eine lange Weinbautradition zurück, die 1690 im Chablis begonnen hat. Im Weingarten der Familie Lamblin wird so wenig wie möglich in den Kreislauf der Natur eingegriffen. Der Chablis hat eine goldgelbe Farbe mit grünen Reflexen, feine Aromen von Lindenblüte, Zitrus, grünem Apfel und mineralischen Noten, elegant und mineralisch auch am Gaumen, mit einem gut eingebundenen Alkohol und einem anhaltenden Abgang. Gesehen bei: Weinstein, Dornbirn, 28 Euro

Chablis Grand Cru „Vaudesir“ 2016, Lamblin & Fils. Ein klassischer „Vaudesir“, kräftig im Geschmack, mit sehr viel Mineralität in der Nase, Feuerstein, Birne, Mandeln und feinen Apfelaromen, ausdrucksstark am Gaumen, mit einer feinen Säure, einem finessenreichen Körper und einem langen, salzigen Finish. Der Wein besticht durch Präzision und Klarheit, ein herrlicher Begleiter für Meeresfrüchte, speziell für Austern. Gesehen bei: Weinstein Fine Wine Vinothek, Dornbirn, 42 Euro

Chablis Grand Cru „Vaudesir“ 2016, Lamblin & Fils. Ein klassischer „Vaudesir“, kräftig im Geschmack, mit sehr viel Mineralität in der Nase, Feuerstein, Birne, Mandeln und feinen Apfelaromen, ausdrucksstark am Gaumen, mit einer feinen Säure, einem finessenreichen Körper und einem langen, salzigen Finish. Der Wein besticht durch Präzision und Klarheit, ein herrlicher Begleiter für Meeresfrüchte, speziell für Austern. Gesehen bei: Weinstein Fine Wine Vinothek, Dornbirn, 42 Euro

Ursula Schnell ist Weinakademikerin und Sommelière an Schulen. An der HLW Rankweil unterrichtet sie Küche, Service und Ernährungslehre.