Einweisung nach verheerendem Wohnungsbrand in Frastanz

09.05.2019 • 07:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wird die 61-jährige Pensionistin weiterhin intensiv betreut, dann kann sie trotz psychischer Krankheit in Freiheit bleiben. EC
Wird die 61-jährige Pensionistin weiterhin intensiv betreut, dann kann sie trotz psychischer Krankheit in Freiheit bleiben. EC

Pensionistin darf jedoch unter gewissen Voraussetzungen in Freiheit bleiben.

Feldkirch Anfang November 2017 gibt es in Frastanz einen verheerenden Brand. 40 Feuerwehrleute kämpfen gegen ein Flammenmeer. Die Wohnung im Erdgeschoß des Mehrparteienhauses ist nicht mehr zu retten, eine 60-jährige Frau steht verwirrt auf der Terrasse. Die Brandermittler finden Patronen einer Leuchtpistole im Wohnzimmer. Ihnen fällt auf, dass ein Stapel mit Büchern und Kleidung angehäuft wurde. Es ist ziemlich sicher, dass die Bewohnerin dort hineingefeuert hat. Warum, kann sich zunächst niemand erklären.

Spurensuche in der Wohnung

Nach dem Brand, für den die Ermittler rasch eine „subjektive Handlung einer Person“ ausmachen, wurde die Pensionistin in das Landeskrankenhaus Rankweil gebracht. „Ob das Feuer absichtlich oder fahrlässig entzündet wurde, können wir nicht feststellen“, so ein Brandermittler. Die Rentnerin gab an, sie habe versucht, das Feuer noch zu löschen. Das ist laut Sachverständigem bei einer Leuchtrakete, die einen Brand entfacht, äußerst schwierig. Dass die Frau den Brand in ihrem verwirrten Zustand gelegt hat, bekräftigen auch weitere Zeugen. Zwei bis drei Personen hörten vor dem Brand einen Knall. Zudem nahm eine Mitbewohnerin bereits vor Brandausbruch den Geruch von pyrotechnischen Artikeln wahr. „Es roch wie zu Silvester“, gab sie an.

Krankheit als Ursache

Reinhard Haller untersuchte die Frau und stellte eine schizo-affektive Psychose fest. Das heißt, eine schwerwiegende psychische Störung, bei der Betroffene den Bezug zur Realität verlieren. Die Symptome können verschieden sein. Bei der heute 61-jährigen Deutschen waren es Verschwörungsgedanken, die Besitz von ihr ergriffen. Auch in jener Nacht vermutete sie falsche Polizisten in der Wohnung, sie hatte geduscht und fürchtete plötzlich Fremde in der Wohnung. Sie hatte vorsorglich bereits ein Messer, einen Pfefferspray und eine Leuchtraketenpistole bereitgelegt. Letztere feuerte die Betroffene schlussendlich ab.

Bereits zuvor hatte sie der Polizei unterstellt, den Diebstahl ihres Rades absichtlich nicht zu verfolgen. „Ich wollte ihnen eins auswischen und schmierte denen Zwetschkenröster auf die Stiege“, gibt sie zu. Als die Beamten einschritten, biss sie einem von ihnen in den Arm. „Aber ich konnte nicht richtig beißen, ich hatte nur drei wackelige Zähne, das Gebiss hatte ich ja zuhause gelassen“, erzählt die 61-Jährige Frau weiter. Zurzeit wohnt sie in einer betreuten Unterkunft, wird medizinisch und sozial gut versorgt, derzeit geht keine Gefahr von ihr aus. Hält sie sich weiterhin an alle Weisungen, kommt sie nicht in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. EC