Gasthaus Adler in Klaus muss zusperren

Vorarlberg / 09.05.2019 • 19:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Personalmangel führt zu Aus des Traditionsgasthauses.

Gernot Schweigkofler

Klaus Hiobsbotschaft für ein weiteres Traditionsgasthaus im Vorderland. Das Landgasthaus Adler in Klaus wird Ende des Monats zugesperrt. „Wir haben eine sehr gute Auftragslage, es läuft richtig gut“, erzählt Alex Breuss, der das Haus seit fünf Jahren führt. „Aber wir finden einfach kein Personal.“ Seit zwei Jahren bemühe man sich vergeblich auf unterschiedlichsten Kanälen um Personal, vor allem um Service-Kräfte. „Wir haben knapp 10.000 Euro investiert“, schildert Brigitte Breuss. Aber: „Es gibt kaum Bewerber, wir haben noch nicht einmal die Chance, uns zu präsentieren.“ Dabei liege man mit dem Gehalt und den Sozialleistungen deutlich über dem Kollekivvertrag. „Bei uns bekommen sie mehr netto, als im Kollektivvertrag brutto vorgesehen wäre“, erzählt die Wirtin. Dazu kommt eine Fünf-Tage-Woche, Überstunden fallen kaum an. „Der einzige Weg, an Arbeitskräfte zu kommen, wäre über Leasingarbeiter“, meint Alex Breuss. „Aber das ist wirtschaftlich auf Dauer nicht tragbar.“ 

Damit verliert Klaus das letzte verbliebene Dorfgasthaus, der Engel sperrte vor knapp zwei Jahren zu. „Ich bedaure das sehr, vor allem, weil das Gasthaus ja sehr gut geht“, sagt Bürgermeister Werner Müller. „Der Adler ist eine wichtige Säule für unser Gesellschaftsleben. Aber leider können wir als Gemeinde hier nicht weiterhelfen und nichts daran ändern.“ Die Bedeutung für den Ort werde erst jetzt richtig spürbar, schildert auch der Adlerwirt. „Es ist für unsere Gäste ein richtig emotionales Thema“, schildert er die Reaktionen. „Immerhin verlieren jetzt viele Vereine und Stammtische ihr Lokal.“

In Klaus scheint der Zug abgefahren. „Ich würde mir von Herzen wünschen, dass noch ein Wunder geschieht und Alex und Birgit Personal finden“, hofft Bürgermeister Müller. Aber die Wirtsleute glauben nicht mehr daran. Außerdem habe man unmittelbar nach der Entscheidung alle Buchungen storniert, das sei für die Gäste auch schwierig. Die beiden werden der Gastronomie erhalten bleiben. Sie machen sich jetzt auf die Suche. Aber das neue Lokal soll kleiner werden. Etwa 30 Sitzplätze (statt bisher 90) wären eine gute Größe. „Da können wir dann ohne Mitarbeiter arbeiten“, erklärt Breuss.

Der Adler in Klaus hat Tradition. Alex und Brigitte Breuss müssen jetzt aber zusperren. VLBG Landesbibliothek
Der Adler in Klaus hat Tradition. Alex und Brigitte Breuss müssen jetzt aber zusperren. VLBG Landesbibliothek