Vernissage der Ausstellung „Artquer“ in der Artenne Nenzing

Vorarlberg / 09.05.2019 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Künstler Uwe Filzmoser, WolfGeorg und Leon Wust.BI

Universelle Ideen als Grundlage.

NENZING Einen ganz besonderen Auftakt zum heurigen 25-jährigen Jubiläumsjahr der Artenne Nenzing bildet zweifelsohne die Ausstellung der Ateliergemeinschaft Artquer in Frastanz. Bei Artquer handelt es sich um eine Co-Kunst-Ateliergemeinschaft, bei der geistig oder körperlich mehr oder weniger beeinträchtigte Menschen unter Anleitung von Erika Lutz eigenständige Kunstwerke schaffen. Der Kern der Arbeit besteht darin, die persönlichen Anlagen und Interessen der Mitglieder zu unterstützen, was wiederum zu einer positiven Wirkung auf das psychosoziale Wohlbefinden führt.

Die Vernissage zu dieser besonderen Ausstellung, zu der trotz Schneefall und Kälte zahlreiche Besucher gekommen sind, fand dieser Tage in der Artenne statt. Die musikalische Einleitung gestaltete der Sänger und Gitarrist Konrad Bönig. Für die Vernissage hatte er ein neues Lied mit dem Titel „Vielleicht“ komponiert. In dem sehr berührenden Text stellte er Fragen wie „Vielleicht ist das Leben ja nur eine Illusion?“ oder „Vielleicht ist mein Schmerz mein Freund?“ Die Vernissagerede wurde von Peter Niedermair gehalten. „Österreich hat zwar 2008 als eines der ersten Länder die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert, die den Konsens darüber beinhaltet, dass sich die Gesellschaft in eine der Inklusion entwickeln soll. Der Kampf um Ressourcen dauert aber nach wie vor an. So gibt es immer noch Sonderschulen, die eine Segregation fördern“, betonte er.

Wilde, gefühlvolle Bestien

Alle Objekte und Zeichnungen der Ausstellung erzählen Geschichten. WolfGeorg, der bereits auf zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland verweisen kann, ist ein obsessiver Künstler. Tiere wie Schakale, Wölfe oder Tiger stehen im Zentrum seines Schaffens. Die wilden Bestien sollen einerseits Angst und Schrecken, andererseits aber auch Schutz und Sicherheit transportieren. Hierzu betonte Vernissageredner Niedermair, dass auch er einige Bilder und Skulpturen des Künstlers in seinem Haus habe. Besucher würden sich ganz automatisch vom Charme dieser Bilder angezogen fühlen. Diesen lägen ganz universelle Ideen zugrunde. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Art-Brut-Bewegung. In fast allen Arbeiten Georg Wolfs tauchen auch Wiederholungen auf. Niedermair zitierte in diesem Zusammenhang den Philosophen Sören Kierkegaard: „Ohne den Akt der Wiederholung wäre das Leben ein lautes Schreien.“

Von Kistentieren

Uwe Filzmoser aus Rankweil verfügt über eine ausgesprochen künstlerische Ader. Beim Schaffen von Fledermäusen, grünen Hunden, Katzen und Kistentieren geht er überaus geschickt und mit viel Ausdauer vor. Seine sogenannten Kistentiere beinhalten etwas ganz Besonderes: Sie verfügen über Deckel, um Dinge im Inneren der Tiere verstauen zu können. Sein Leben lasse sich auf zwei Landkarten skizzieren: zum einen geografisch und zum anderen in der Literatur. So ist er ein Fan von Charles Dickens. Im Rahmen der Vernissage konnte Uwe Filzmoser zudem seinen 50.Geburtstag feiern.

Leon Wust war der Jüngste in der Reihe der ausstellenden Künstler. Seine Vorliebe gilt den Buntstiften, mit diesen zeichnet er akribisch genau. In seinen Bildern bringt er dabei ganze Geschichten zum Ausdruck. Mit viel Erfolg, denn schon während der Vernissagerede waren seine Bilder fast alle verkauft. Die Besucher waren begeistert. So schwärmte Elfriede Ribbers aus Nenzing: „Die Bilder sind phänomenal. Sie wirken auf den ersten Blick einfach, sind aber sehr ausdrucksstark.“ BI