Workshop des Vorarlberger Energieinstituts in Nenzing

Vorarlberg / 09.05.2019 • 18:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Monika Forster und Andreas Bertel präsentierten Fakten, aber auch Lösungsansätze.EM

Gemeinsam gegen die Folgen des Klimawandels, auch Gemeinden sind gefragt.

Nenzing Zwölf Kilometer sind zwischen der Erde und der Leere des Weltalls. „Ein verletzliches System“, machten Monika Forster und Andreas Bertel bei einem Workshop des Vorarlberger Energieinstituts in Nenzing bewusst. Das e5-Team der Marktgemeinde hatte Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie Förster eingeladen, gemeinsam mögliche Handlungsfelder in der Gemeinde zu definieren, denn eines lässt sich nicht mehr leugnen: Der Klimawandel wird zu einer der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Der Temperaturanstieg lässt Gletscher schmelzen, es gibt vermehrt Trockenperioden und Naturkatastrophen. So haben die Messstationen in Bregenz und Feldkirch im Vergleich zu 1880 einen Temperaturanstieg um fast zwei Grad registriert, auch die Wassertemperatur des Bodensees steigt kontinuierlich.

Mehr Hitze, weniger Schnee

„Ohne zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen im globalen Maßstab zeigen Klimamodelle für Vorarlberg beispielsweise in fünf bis acht Jahrzehnten einen deutlichen Anstieg der Temperatur um vier Grad, mehr Hitzetage, weniger Frosttage, eine längere Vegetationsperiode, die Zunahme starker Niederschläge von Herbst bis Frühling und ein langsamer Trend der Zunahme von Niederschlägen im Winterhalbjahr und der Abnahme im Sommerhalbjahr, wobei der Anteil von Schneefall weiter abnehmen wird“, präsentierten die beiden Referenten die vom Land Vorarlberg veröffentlichten Zahlen. Auch wenn beispielsweise Folgen, etwa eine längere Vegetationsperiode, durchaus positiv ausgelegt werden können, gelte es doch auch zu bedenken, wie sich der Klimawandel z. B. auf Schädlinge auswirke.     

Chance nutzen

„Wir sind die erste Generation, die die Folgen des Klimawandels spürt und gleichzeitig die letzte, die etwas dagegen tun kann“, zitierten Monika Forster und Andreas Bertel den früheren amerikanischen Präsidenten Barack Obama, dass es höchste Zeit dafür ist, Gegenstrategien zu entwickeln, und zwar jeder und jede einzelne. „Wir müssen gleichzeitig Maßnahmen setzen, um den CO2-Ausstoß zu verringern, momentan haben wir noch nicht einmal den Stillstand geschafft, und andererseits Maßnahmen treffen, um die Folgen des Klimawandels zu bewältigen.“ Es gehe nicht um Schwarzmalerei, sondern um Fakten, betonte Monika Forster. „Noch nie in der Geschichte der Menschheit ist eine klimatische Veränderung so schnell vorangegangen, wie wir es momentan erleben.“ Der Workshop wurde auch dafür genutzt, um Ideen für Nenzing zu entwickeln: Sehr vieles passiere in der Marktgemeinde schon, nannte Bürgermeister Florian Kasseroler die Aktivitäten als e5-Gemeinde, das Projekt „Nenzing blüht“, den gemeinsam mit Frastanz umgesetzten Naturlehrpfad oder Energieberatungen für Häuslebauer als Beispiele. Zusätzliche Ideen, wie Schattenbäume oder Trinkbrunnen im öffentlichen Raum oder nicht versiegelte Bodenbeläge, sollen künftig bei baulichen Maßnahmen verstärkt bedacht werden. EM