„Alles tun, um Kinder zum Lesen zu bringen“

Vorarlberg / 10.05.2019 • 18:28 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ludwig Hotz, Initiator der VN-Kinder- und Jugendbuchmesse Buch am Bach, weiß, was lesetechnisch bei den Kindern hoch im Kurs steht.VN/steurer
Ludwig Hotz, Initiator der VN-Kinder- und Jugendbuchmesse Buch am Bach, weiß, was lesetechnisch bei den Kindern hoch im Kurs steht.VN/steurer

Ludwig Hotz ist Initiator der VN-Kinder- und Jugendbuchmesse Buch am Bach.

MÄDER „Wir müssen alles tun, um Kinder zum Lesen zu bringen.“ Wenn Ludwig Hotz das sagt, sind es keine leeren Worte. Der Direktor der Öko-Mittelschule Mäder und Leiter der Schulbibliothek ist der hellste Stern am Vorarlberger Lesehimmel. Schon vor vielen Jahren hat sich der Pädagoge zum Ziel gesetzt, in Sachen Leseförderung etwas zu bewegen. Das tut er seitdem auch. Er startete das Onlineleseprojekt Selektissima, bei dem ausschließlich Kinder und Jugendliche das Sagen haben, lud zum Lesefrühstück ein und fungierte als Initiator der VN-Kinder- und Jugendbuchmesse Buch am Bach. Diese geht heuer bereits zum achten Mal über die Bühne, und zwar von Dienstag, 25., bis Donnerstag, 27. Juni.

Eine Idee ist geboren

„Ich wollte eigentlich nur über eine Medienpartnerschaft für das Selektissima-Leseprojekt sprechen“, erinnert sich der 64-Jährige an die Anfänge zurück. Doch weil er zuvor gerade die Kinder- und Jugendbuchmesse Lesetopia im oberösterreichischen Wels besucht hatte, sprühte er vor Begeisterung und spann im Gespräch die Idee, so etwas auch für Vorarlberg auf die Beine zu stellen. Es dauerte nur wenige Tage, bis Hotz‘ Telefon klingelte. Es meldeten sich die Vorarlberger Nachrichten mit der freudigen Botschaft: 2012 wird die erste Buch am Bach stattfinden. Seit damals ist Hotz Mitglied des Organisationsteams, denn keiner ist näher an den Schülern dran und weiß, was bei ihnen in Sachen Büchern hoch im Kurs steht.

Leseguides

Noch mehr freut er sich über das Projekt Leseguides mit denen er jedes Jahr auf Vorarlbergs größtem Lesefestival vertreten ist. Mehrere Mädchen und ein Bursche im Alter von zehn bis 14 Jahren wählen Bilderbücher aus und erwecken sie durch interaktives Vorlesen zum Leben. „Das kommt gut an und meine Schüler sind mit Begeisterung dabei“, erzählt Hotz und hofft, dass die Guides die Lust auf Lesen wecken.

Keine Förderung

Leider sind die Rahmenbedingungen nicht überall so toll wie an der Öko-Mittelschule Mäder. Mit gut 10.000 Büchern ist die Schulbibliothek reich bestückt und immer auf dem aktuellsten Stand. Dafür ist der Direktor seiner Gemeinde dankbar, denn vonseiten des Landes gibt es seit drei bzw. vier Jahren keine Förderung mehr. „Da heißt es, die Schüler sollen die alten Bücher lesen“, ärgert sich Hotz, denn er weiß aus langjähriger Erfahrung, dass Aktualität gerade für Kinder und Jugendliche das Um und Auf ist, um konkurrenzfähig gegenüber den anderen Medien zu bleiben. „Außerdem sind Kinderbücher, mal von den Klassikern abgesehen, selten ein Dauerbrenner“, erklärt der Experte. Warum auch, schließlich kommen rund 9000 neue jährlich auf den Markt. Stattdessen wird derzeit das digitale Programmieren ab der ersten Schulstufe angestrebt.

Landesrätin Barbara Schöbi-Fink sagt auf Anfrage: „Das Land Vorarlberg investiert mit über 760.000 Euro intensiv in die Leseförderung.“ Dabei ist Förderung von öffentlichen Bibliotheken mit insgesamt über 505.300 Euro der größte Budgetposten, gefolgt von der Initiative „Kinder lieben Lesen“ mit 180.000 Euro.

Interaktives Vorlesen

Das ist gut so, denn das Vorlesen hat eine enorme Bedeutung, wenn es darum geht, Kinder an das Lesen heranzuführen. Damit kann man nicht früh genug beginnen, denn der kindliche Leselernprozess beginnt schon lange vor dem schulischen Lesenlernen. „Schon mit dem Bilderbuch entsteht die Lust auf Geschichten, so Hotz, der empfiehlt, beim Vorlesen die Bücher erlebbar zu machen, vor und zurück zu blättern, ein Plüschtier zu verwenden etc. So wie es die Leseguides auf der VN-Kinder- und Jugendbuchmesse Buch am Bach machen: Nachmachen erwünscht.

Anmeldungen ab 15. Mai möglich

Anmeldungen zu den 160 Veranstaltungen, Lesungen und Aufführungen sind ab dem 15. Mai ab 8 Uhr möglich. Die Veranstaltungen sind gratis. Die Buch am Bach ist auch für Einzelpersonen, Eltern mit Kindern und kleine Gruppen buchbar. Weitere Infos auf www.vn.at/buchambach. CRO