Rund neun Handysünder pro Tag im Ländle erwischt

10.05.2019 • 20:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Österreichs Autofahrer führen laut einer Erhebung insgesamt täglich Hunderttausende Telefonate am Steuer. VN/hb
Österreichs Autofahrer führen laut einer Erhebung insgesamt täglich Hunderttausende Telefonate am Steuer. VN/hb

Telefonieren am Steuer: Reaktion
so schlecht wie mit 0,8 Promille.

Schwarzach Im Vorjahr wurden in Vorarlberg 3501 Lenkerinnen und Lenker mit Handy am Steuer erwischt, um rund 550 mehr als im Jahr 2017.Das waren im Schnitt täglich neun Personen. Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so schlecht wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille, macht der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) aufmerksam. Wer während des Lenkens ein SMS oder E-Mail schreibt, ist bis zu zwei Sekunden im Blindflug unterwegs, das Unfallrisiko steigt auf bis zu das 23-Fache.

Die konkreten Folgen verdeutlicht der VCÖ mit einem Beispiel: Läuft ein Kind 25 Meter vor einem Pkw, der 50 km/h fährt, auf die Straße, kann ein aufmerksamer Lenker sein Auto gerade noch vor dem Kind zum Stillstand bringen. Ein Autofahrer, der eine halbe Sekunde verzögert reagiert, fährt das Kind mit einer Geschwindigkeit von rund 35 km/h nieder, was zu schwersten oder gar tödlichen Verletzungen führen kann. Wer beim Autolenken am Handy tippt oder im Internet surft, ist bis zu zwei Sekunden im Blindflug unterwegs.

Mit 50 Euro steht die Strafhöhe in Österreich in keinem Verhältnis zum Gefährdungspotenzial durch Handy am Steuer. Andere Staaten in Europa ahnden Handyvergehen rigoroser und schützen damit stärker die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer vor der Gefährdung durch Handylenker. In Italien beträgt die Mindeststrafe 165 Euro, in Spanien und Dänemark ist sie mit 200 Euro viermal so hoch wie in Österreich und in den Niederlanden mit 240 Euro fast fünfmal so hoch.

Nur ein Bruchteil

In Vorarlberg wurden übrigens im Vorjahr mehr als doppelt so viele Handy-Vergehen geahndet wie Alkohol am Steuer (1552). Österreichweit wurden 115.470 Handylenker von der Exekutive erwischt – nur ein Bruchteil der tatsächlichen Vergehen. Laut Erhebung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit führen Österreichs Autofahrer täglich mehrere Hunderttausend Telefonate ohne Freisprecheinrichtung.