Gericht: Dreieinhalb Jahre Haft für Kriminaltourist

11.05.2019 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der 28-jährige Angeklagte bei der Verhandlung mit seinem Verteidiger Stefan Huchler. Eckert
Der 28-jährige Angeklagte bei der Verhandlung mit seinem Verteidiger Stefan Huchler. Eckert

Georgischer Einbrecher muss für lange Zeit hinter Gitter, er suchte insgesamt sechs Wohnhäuser heim.

Christiane Eckert

Feldkirch Von Mai bis Juli 2018 gab es in Vorarlberg eine Einbruchsserie. Zwei Mal wurde in Wohnhäuser in Dornbirn eingebrochen, einmal in Nenzing, ein weiterer Einbruch in Nüziders und auch in Imst schlug der Georgier mit Komplizen zu. Der 28-Jährige reiste extra nach Vorarlberg, um hier auf kriminelle Art und Weise seine Finanzen aufzubessern. Allein die Forderungen der Versicherungen betragen rund 9000 Euro. An Beute ging das Gericht von mindestens 7000 Euro aus. Wie immer ist es schwierig, Schmuck und andere Wertgegenstände konkret zu bewerten. Oft sind es Familienstücke, zudem fehlen Expertisen zu Uhren, Münzen und anderem.

Steine in Socken

Die Vorgangsweise, die immer dieselbe war, fiel den Ermittlern sofort auf. Die Täter wickelten Steine in Socken und Zeitungspapier und schlugen damit Fenster oder Türen ein. So verschafften sie sich Zutritt zu den Wohnhäusern. Vermutlich kundschafteten sie zuvor die Objekte aus, zumindest beobachteten Zeugen einen Mann, der mit seinem Handy telefonierend verdächtig langsam jenes Haus umkreiste, in welches am nächsten Tag eingebrochen wurde. Eine zweite Vorgangsweise war den Tätern eigen. Sie drehten Türzylinder ab, auch dies ist eine eher seltene Art. Den 28-jährigen Georgier schnappte man am elften Dezember bei der Einreise nach Ungarn am Flughafen. Seitdem sitzt er in U-Haft.

Gold und Sura Käs

Verteidiger Stefan Huchler betont die finanziell triste Lage der Einbrecher.  Zum Teil hätten sie sogar Lebensmittel mitgenommen, weil sie Hunger hatten. Es fehlten Bergkäse, Sura Käs, Joghurt und Orangensaft. Der 28-Jährige hat zu den Vorwürfen nicht allzu viel zu sagen, er gibt alles zu. Etwas anderes wäre auch zwecklos, man konnte ihm Schuh- und DNA-Spuren zuordnen. Seine Erinnerung sei etwas getrübt, da er teilweise unter Drogen gestanden habe, meint er.

Der Schöffensenat spricht den Mann schuldig und erlegt ihm eine Strafe von dreieinhalb Jahren auf. Der Strafrahmen reicht bei diesem Delikt bis zu zehn Jahren Haft. Besonders erschwerend wurde gewertet, dass der Mann extra nach Vorarlberg reiste, um hier auf Einbruchstour zu gehen. Da konnten auch seine bisherige Unbescholtenheit und sein Geständnis nicht weiterhelfen. Vor Gericht entschuldigt sich der 28-Jährige. Vor allem, wenn er die Opfer sehe, habe er ein schlechtes Gewissen, so der Angeklagte. Das Urteil wegen schweren gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahls ist nicht rechtskräftig.