Eschensterben: Rodungen für Hochwasserschutz in Lochau und Hörbranz

Vorarlberg / 12.05.2019 • 16:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für die Sicherheit der Bevölkerung: Manfred Lau (Baumfällungen Lau Bregenz) mit seinem Gehilfen bei Rodungsarbeiten am Hoferbach. BMS

Maßnahmen für Sicherheit im Bereich Rugg- und Hoferbach.

Lochau Hochwasserschutz und Eschensterben machten in den letzten Monaten umfangreiche Pflegearbeiten mit entsprechenden Rodungen im Hochwasserabflussbereich von Ruggbach und Hoferbach notwendig. Im Fokus steht dabei die Sicherheit für die Bevölkerung.
Mit schweren Gerätschaften war Manfred Lau (Baumfällungen Lau Bregenz) mit einem Gehilfen fachmännisch im Einsatz. So wurden im Auftrag der Gemeinden Lochau und Hörbranz sowie der Abteilung Wasserwirtschaft der Landesregierung zahlreiche Ufergehölze entlang des Ruggbachs zwischen dem Salvatorkolleg und der Autobahnbrücke gerodet. Es folgte die Räumung der Böschungen entlang des Hoferbachs von der Einmündung in den Ruggbach Richtung Schloss Hofen entlang des beliebten Schlosswegs.

Bäume, die sich im Abflussquerschnitt befinden oder auf Dammstrecken stocken, verursachen bei Hochwasser gefährliche Verklausungen.
Bäume, die sich im Abflussquerschnitt befinden oder auf Dammstrecken stocken, verursachen bei Hochwasser gefährliche Verklausungen.

Es handelte sich dabei um Bäume, die sich im Abflussquerschnitt befinden oder auf Dammstrecken stocken und deshalb insbesondere aus Gründen der Hochwassersicherheit entfernt werden mussten. Der gesamte Hochwasserabflussbereich in diesem Teilabschnitt des Ruggbachs bzw. des Hoferbachs ist massiv mit Bäumen und Strauchgruppen bewachsen.

Gefährliche Hohlräume

Das kann nicht nur die Dammstabilität gefährden, die Bäume verursachen zudem mit ihren Wurzeln gefährliche Hohlräume. Das in diesen Hohlräumen durchfließende Wasser bewirkt einen Abtrag von Erdmaterial. Sofern die Bäume umfallen, reißen die Wurzeln den Dammkörper auf, das offen daliegende Erdmaterial wird erodiert. Weiters können umgefallene Bäume auch gefährliche Verklausungen verursachen, die den Hochwasserabfluss massiv behindern und zu Überschwemmungen führen. Neben diesen Hochwasserschutzmaßnahmen wurde jetzt auch ein massives Eschentriebsterben aufgrund eines Mikropilzes festgestellt. „Wir mussten nach außen hin gesunde Eschen und befallene Nachbarbäume fällen, weil marode Exemplare durch Umstürzen und herabfallende Äste Menschenleben gefährden können“, so Manfred Lau zu den Fällungen im Zuge dieser europaweit verbreiteten Baumkrankheit.

Oft dauert es nur wenige Monate, bis der Baum tot ist. Der Schlauchpilz verursacht das Absterben des gesamten Baumes und stellt somit eine immense Gefahr für die Eschen dar. Der Verfall beginnt in der Baumkrone und breitet sich nach unten bis in die Baumwurzeln aus. Die Stämme brechen ein und die Bäume fallen einfach um und gefährden damit auch die Spaziergänger.
Im Rahmen eines umfassenden Pflegekonzepts, das mit der Abteilung Wasserwirtschaft des Amtes der Vorarlberger Landesregierung abgestimmt wird, wollen die Gemeinden Lochau und Hörbranz auch in den kommenden Jahren die notwendige Gehölzpflege entlang der Bäche im Leiblachtal verstärken. Vorgesehen sind in diesem Bereich auch Nachbepflanzungen außerhalb des Hochwasserquerschnitts.

Weitere Maßnahmen

Daneben beschäftigt man sich auch mit dem Projekt Hochwasserverbauung Ruggbach. Detailplanungen samt notwendiger Vermessungen wurden bereits vergeben. Ein sogenannter Linearausbau mit ökologischer Aufwertung mit dem Umbau von bestehenden Rampen und Aufweitungen gelten hier als Bestvariante.
Verhandlungen mit betroffenen Grundeigentümern sind am Laufen. Die Gesamtkosten liegen bei rund zwei Millionen Euro. bms