Hunderte wollten mehr über Bienen erfahren

12.05.2019 • 16:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sophia traut sich nahe an die Bienen, sie ist das gewohnt, ihr Papa ist Imker. lai
Sophia traut sich nahe an die Bienen, sie ist das gewohnt, ihr Papa ist Imker. lai

Tag der offenen Tür beim Lehrbienenstand in Wolfurt.

Wolfurt „Wir wollen nicht jammern, aber der Umwelt- und Klimawandel macht uns ordentlich zu schaffen“, erklärt Hans Fetz, seines Zeichens Obmann des Bienenzuchtvereins Wolfurt-Kennelbach- Buch. Seit 1871 gibt es den Verein mit mittlerweile 75 aktiven Imkerinnen und Imkern.

Jährlich findet der Tag der offenen Tür des Lehrbienenstands im Kreiennest in Wolfurt statt, eines der größten Imkertreffen des Landes. Gesprochen wird dort über alles, was unter Imkern relevant ist. Über die Entwicklung der 520 Bienenvölker etwa, die zum Verein gehören, über Parasiten und natürlich das Sterben der Honigbiene.

Die intensive Landwirtschaft macht es immer schwerer, es gibt keine Blumen mehr, die lange stehen, und auch die intensive Rasenpflege macht alles platt, was die Bienen an Futter brauchen. Rasenroboter sind schwer im Kommen, sind aber auch der Albtraum der Honigbiene. Seit 2003 ist Fetz mit dabei und kann rückblickend die Veränderung sehr gut erkennen. Die Zukunft ist unsicher, dennoch melden sich immer wieder Menschen, die Imker werden wollen. 

Bienen sind blütentreu 

So bietet der Verein einen monatlichen Imkerhock mit Erfahrungsaustausch, Schulungen und Kurse. Meistens sind es Leute, die im Berufsleben stehen, aber gerne zusätzlich Imker werden wollen. Die machen dann die Grundausbildung mit Theorie an der Landwirtschaftsschule Hohenems und die Praxis in Wolfurt. Dort werden die Mitglieder mit Fachwissen versorgt, mit Gerätschaften betreut und bei Problemen beraten.

Oberstes Gebot ist immer die Hygiene im Bienenstock, das lernen schon die 14-Jährigen, wie aktuell die jüngste Person, die die Imkerausbildung angetreten hat. Das älteste Mitglied ist 90 Jahre alt. Von Mai bis Saisonende besuchen rund 300 Kinder den Bienenstand, verschiedene Vereine kommen und lassen sich von Imkerinnen und Imkern informieren. Auch Honigverkostungen gibt es, wie am Tag der offenen Tür. Die Verkostungen, die Wilma Schabel macht, sind sehr beliebt. Neun verschiedene Sorten Honig schlecken die Kinder und Erwachsenen von Holzlöffeln. Warum man denn weiß, dass das jetzt der Lindenblütenhonig ist, den die Bienen produzieren, fragt einer der Verkoster. „Bienen sind blütentreu, bei einem Lindenblütenfeld fliegen sie immer wieder an die gleiche Sorte“, erklärt Schabel. lai

Thomas, Lara, Magnus und Kerstin testen sich durch alle neun Honigsorten. 
Thomas, Lara, Magnus und Kerstin testen sich durch alle neun Honigsorten.