Reh und Hase trafen sich im Dornbirner Ried

12.05.2019 • 17:12 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Petra Häfele (Naturvielfalt) und Dieter Baurenhas (Jagdschutzorgan).
Petra Häfele (Naturvielfalt) und Dieter Baurenhas (Jagdschutzorgan).

Regenwetter störte VN-Exkursion mit der Vorarlberger
Jägerschaft nicht.

Dornbirn „Die Rehe zeigen sich auch bei Regen“, erklärte Jagdschutzorgan Dieter Baurenhas zum Start der Exkursion und sollte recht behalten. Trotz strömenden Regens traf sich eine Gruppe interessierter Teilnehmer um 7 Uhr früh zur Wildexkursion im Dornbirner Ried. Neben faszinierenden Anblicken von wilden Riedbewohnern gab es auch interessante Einblicke in die Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft, Naturschutz und Landwirtschaft, damit die Artenvielfalt in dieser sensiblen Region erhalten werden kann.

Auch die Information der Bevölkerung zählt zu den zahlreichen Aufgaben der Vorarlberger Berufsjäger. Exkursionsleiter Dieter Baurenhas schilderte am Beispiel seiner Reviere Dornbirn Nord und Lustenau, wie unterschiedlich die Anforderungen an das verantwortliche Jagdschutzorgan sind. Er selbst schaut zweimal am Tag, ob in seinem Revier alles in Ordnung ist. Er kennt jeden Rehbock und jede Stelle, wo sich Rehe aufhalten, er hat gemeinsam mit seinen Jagdpächtern die Hasen gezählt – es sind circa 200 in den beiden großen Revieren – und er arbeitet eng mit der Landwirtschaft und dem Naturschutz zusammen.

Im Einsatz für die Artenvielfalt

Die Jagdschutzorgane werden aber auch gerufen, wenn es zu einem Unfall mit einem Wild kommt. Leider geschieht das gerade im Ried sehr häufig, und oft muss der Berufsjäger das angefahrene Tier von seinen Schmerzen erlösen. Baurenhas appelliert daher an alle Autofahrer, Wildunfälle unverzüglich bei der Polizei zu melden, um den Tieren Leid zu ersparen.

Die ungestörte Ruhe an einem verregneten Morgen im Ried gibt einen Eindruck vom Leben der Wildtiere, die ja meistens nicht sichtbar sind. Ein Sprung Rehe sind zu sehen und eine kugelrunde Geiß. Dieter Baurenhas erklärt, dass die hochträchtige Geiß demnächst ihr Kitz setzen wird. In der sogenannten Setzzeit haben die Jäger Hochsaison. Denn Rehkitze werden von ihren Müttern oft im hohen Gras abgelegt und müssen in Sicherheit gebracht werden, bevor gemäht wird.

Aber auch für den Schutz von gefährdeten Arten wie etwa die Wiesenbrüter, gibt es einen gemeinsamen Einsatz. Mancher Bauer verzichtet auf die Bewirtschaftung von großen Feldern, um die Brut nicht zu stören, betont Petra Häfele von Naturvielfalt Vorarlberg. Die Jägerschaft leistet ihren Beitrag, ­indem sie die Zahl der Raubtiere wie Fuchs oder Marder reduziert.

Zum 100-Jahr-Jubiläum hat es sich die Vorarlberger Jägerschaft zur Aufgabe gemacht, die Menschen im Land einzuladen, die Wildtiere und die Arbeit der Jäger besser kennenzulernen. Die Exkursion für die VN-Leserschaft im Ried war der Start zu einer Reihe von weiteren Begegnungen mit dem Wild in Vorarlberg, erklärt Gernot Heigl, Geschäftsführer der Vorarlberger Jägerschaft und Wildbiologe.

Fabian entdeckte einen Rehbock im hohen Gras.
Fabian entdeckte einen Rehbock im hohen Gras.
Trotz strömenden Regens traf sich die Gruppe um sieben Uhr früh zur Wildexkursion im Dornbirner Ried.  VN
Trotz strömenden Regens traf sich die Gruppe um sieben Uhr früh zur Wildexkursion im Dornbirner Ried.  VN