Auf den Spuren des „kleinen Petersdoms“ in Rankweil

Vorarlberg / 13.05.2019 • 15:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Pfarrer Wilfried Blum (links) und Pfarrarchivar Siegfried Bertsch hatten viel zu erzählen. Egle
Pfarrer Wilfried Blum (links) und Pfarrarchivar Siegfried Bertsch hatten viel zu erzählen. Egle

Im Rahmen von „Kultur in St. Peter“ stand dieses Mal die Peterskirche selber im Fokus. Die Teilnehmer erfuhren viel Wahres und „gut Erfundenes“ über das Gotteshaus.

Rankweil „Kultur in St. Peter“ beschäftigte sich Ende vergangener Woche mit der Geschichte der Kirche selbst. Standesgemäß stand ganz zu Beginn das Kirchengeläut. Pfarrer Wilfried Blum ließ die beiden ältesten und gleichzeitig kleinsten Glocken aus dem 14. bzw. 15. Jahrhundert erklingen. Ehe er und Pfarrarchivar Siegfried Bertsch so manche Skurrilität und Geschichte rund um den „kleinen Petersdom“ und das direkt nebenan stehende Gebeinhaus darbrachten. Wie etwa die Geschichte der mutigen Rossmetzgerstochter aus dem Buch „Seltsames aus Vorarlberg“ von Franz Elsensohn, die einen Schädel aus dem Haus stehlen sollte und der dabei von ihren Kollegen ein böser Streich gespielt wurde.

Franz List sorgte mit seinen Klarinettenklängen für Auflockerung zwischen den Anekdoten und Geschichten von St. Peter. Egle
Franz List sorgte mit seinen Klarinettenklängen für Auflockerung zwischen den Anekdoten und Geschichten von St. Peter. Egle

Oder Auszügen aus der 200 Jahre alten, nicht immer ganz ernst zu nehmenden Chronik des Satteinsers Johann Häusle. Demnach wurde Rankweil bereits 1980 v.Chr. besiedelt. In Häusles Chronik ist die Stiftung der Kirche aus dem Jahr 64 n.Chr. durch den Apostel Petrus „belegt“. Zudem gehe laut dieser das Alter der Glocken auf das 7. Jahrhundert zurück und sie wurden von den beiden Merowinger Königen Dagobert und Sigibert gespendet.

Brigitte und Wolfgang Poiger waren extra aus Nüziders angereist. Egle
Brigitte und Wolfgang Poiger waren extra aus Nüziders angereist. Egle

Bei der Führung rund um die Kirche ging es dann vorwiegend um die rund um St. Peter angebrachten Epitaphen, die schon eher historische korrekte Rückschlüsse zulassen. Der älteste geht zurück auf einen Pfarrer aus Zeiten des 30-jährigen Kriegs. An der Vorderseite wurde auf einer weiteren Totentafel der legendäre, von 1888 bis 1913 wirkende Pfarrer Augustin Gau verewigt, der zu seiner Zeit einen Neubau und eine Zusammenlegung mit der Basilika Pfarre verhindern konnte. Musikalisch wurde der humorvoll-informative Abend von Franz List an der Klarinette umrahmt. CEG

Der kleine Petersdom und der große Bruder am Berg. Egle
Der kleine Petersdom und der große Bruder am Berg. Egle