Der Neuntöter und die Brazer Allmein

Vorarlberg / 13.05.2019 • 19:38 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Neuntöter ist im Klostertal heimisch. VLK
Der Neuntöter ist im Klostertal heimisch. VLK

Sensibel bewirtschafte Kulturlandschaft im Klostertal sichert dem Neuntöter den Lebensraum.

braz Am Fuße des südlichen Lechquellengebirges zwischen Stierkopf und Gamsfreiheit am Eingang des Klostertals liegt eine einzigartige Kulturlandschaft der Brazer Allmein, die ihren ursprünglichen Charakter bis heute erhalten hat. Blütenreiche Magerweiden, Lesesteinhaufen, Hecken und Gebüsche sind hier ineinander verzahnt.

Als gemeinschaftliches Weide- und Naherholungsgebiet dient die Brazer Allmein auch als letztes Rückzugsgebiet für den Neuntöter im Tal. Der Insektenreichtum der gut strukturierten Magerweiden und die unzähligen Dornsträucher bieten dem Vogel hingegen die perfekte Lebensgrundlage.

Jedes Jahr im Frühling kehren die gefährdeten Vögel aus ihren Überwinterungsgebieten in Afrika zurück nach Außerbraz, wo die Bestände seit einigen Jahren gezählt und überwacht werden. „Nachdem der Neuntöter im Klostertal bis auf wenige Ausnahmen nur noch in der Brazer Allmein brütet, müssen wir die Bestände und mögliche Veränderungen genau dokumentieren“, erklärt Christian Kuehs, Natura-2000-Regionsmanager für die Regionen Klostertal und Montafon. Dass der Neuntöter hier überhaupt vorkommt, verdankt man vor allem den Bewirtschaftern.

Umweltlandesrat Rauch unterstreicht die Bedeutung des freiwilligen Engagements und die Leistung der Landwirte. „Großer Dank gebührt allen Bewirtschaftern, die mithelfen, Lebensräume zu erhalten.“ Neben den Arbeitseinsätzen möchte man auch der ansässigen Bevölkerung die Bedeutung dieser besonderen Kulturlandschaft direkt vor der Haustüre näherbringen. Im Rahmen einer Exkursion im Juni ist Gelegenheit, mehr über den Neuntöter und seinen Lebensraum zu erfahren und in die praktische Naturschutzarbeit hineinzuschnuppern. Infos dazu unter www.naturvielfalt.at/terminkalender