Schönheitskur für neun Bahnhöfe

13.05.2019 • 17:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

ÖBB und Land wollen bis 2030 rund 70 Millionen Euro investieren. Auch Eisenbahnkreuzungen im Fokus.

Geraldine Reiner

Bregenz In Vorarlberg bahnt sich etwas an. Die Österreichische Bundesbahnen (ÖBB) und das Land wollen bis 2030 rund 70 Millionen Euro die in Modernisierung von neun Bahnhöfen und Bahnhaltestellen zwischen Lochau und Nenzing stecken (siehe Grafik). Die Grundsatzvereinbarung, die den Titel „Rheintal-Walgau-Konzept II“ trägt, wurde am Montagvormittag im Landhaus in Bregenz unterzeichnet. „Wir begreifen den Bahnhof als Mobilitätsdrehscheibe. Wir modernisieren die Bahnhöfe, um Menschen den Zugang zu erleichtern, das heißt wir investieren in Barrierefreiheit, wir schauen, dass wir Bike&Ride- und Park&Ride-Stellplätze haben, wir bemühen uns um eine verbesserte Kundeninformation“, skizziert ÖBB-Infrastruktur-AG-Vorständin Silvia Angelo (49).

Mit dem Vorgängervereinbarung (Rheintal-Walgau-Konzept I) sei es in den vergangenen 15 Jahren bereits gelungen, zahlreiche Bahnhöfe an den Strecken Bregenz–Bludenz und Lauterach–St. Margrethen zu modernisieren und damit „einen zeitgemäßen Zugang zum öffentlichen Verkehr zu setzen“, sagt Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (64), der dabei auch an seine Heimatgemeinde Lauterach denkt. „Hier ist die Bahnwelt aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Man sieht, welches Potenzial in der Entwicklung des öffentlichen Verkehrs durch solche Investitionen steckt.“ Noch offen sind die Ausbaumaßnahmen beim Bahnhof Götzis oder bei der Strecke Feldkirch–Buchs; die Umsetzung ist in den kommenden Jahren geplant.

Die Kleinen

Standen bisher die „großen“ Haltestellen und Bahnhöfe im Fokus, sollen nun die „kleinen“ unter ihnen auf Schiene gebracht werden. Beispiel: Klaus. „Ein kleines Hüttchen auf der Wiese, wenig überdacht, wenig attraktiv, wenig beleuchtet“, umschreibt Mobilitätslandesrat Johannes Rauch (60) die Haltestelle. Gleichzeitig würden in ihrem Umfeld 2000 Menschen arbeiten, Tendenz steigend. „Das heißt, die kleine Haltestelle hat ein enormes Potenzial für den öffentlichen Verkehr, wenn sie denn so ausgestaltet ist, dass sei etwas taugt“, ergänzt Rauch. Bahnfahren „boome“ in Vorarlberg. „2018 hatten wir ein Plus von zehn Prozent und im ersten Quartal 2019 ein Plus von 20 Prozent an Fahrgästen auf der Schiene.“

Verbesserungen sind laut ÖBB auch im Bereich Eisenbahnkreuzungen vorgesehen. Vor allem bei jener im Vorkloster. „Sie soll mit einer Geh- und Radwegunterführung neu konzipiert werden“, führt Werner Baltram, Geschäftsbereichsleiter Asset Management, aus. In Vorarlberg wäre die Anzahl mit 21 Eisenbahnkreuzungen zwar überschaubar. „Quer durch Österreich haben wir so alle 1000 Meter eine“, erläutert Baltram. Dennoch gäbe es in Bregenz noch einige, für die Lösungen gesucht werden müssten.

Ebenfalls im „Rheintal-Walgau-Konzept II“ verankert wurden die Absicht zur Verschönerung der Haltestellen Gisingen und Altenstadt im Zusammenhang mit dem Ausbau der Strecke Feldkirch–Buchs, ein Lenkungsausschuss für alle Infrastrukturmaßnahmen und die Ausarbeitung von Maßnahmen zur Verbesserung der betrieblichen Abwicklung sowie der Vertaktung der unterschiedlichen Verkehrsmittel.

Schrittweise Umsetzung

In einem nächsten Schritt sollen nun eine zeitliche Priorisierung vorgenommen und die Planungen in Abstimmung mit den Standortgemeinden vertieft werden. Das Land beteiligt sich an den Projekten mit Zuschüssen zwischen 20 und 50 Prozent.

In dem Budget von 70 Millionen Euro noch nicht enthalten sind den Verantwortlichen zufolge die Kosten für den Bahnhof Bregenz oder jene für die Verbesserung der Bike&Ride-Möglichkeiten beim Bahnhof Feldkirch.

„Wir modernisieren die Bahnhöfe, um Menschen den Zugang zu erleichtern.“