„Wir sind auf einem guten Weg“

Vorarlberg / 13.05.2019 • 19:38 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

In Götzis wurde ein Tag lang über den Stand der Integration von Flüchtlingen in Vorarlberg gesprochen.

Götzis Ende 2018 veranstaltete okay.zusammenleben eine Veranstaltung, bei der die sozio-demographischen Informationen über Flüchtlinge aus den Jahren 2014/15 genauer angeschaut wurden. Gestern, Montag, 13. Mai, fand die Fortsetzung statt. Dieses Mal lag der Hauptaugenmerk darauf, wie der Integrationsprozess funktioniert. okay.zusammenleben-Geschäftsführerin Eva Grabher wertet die Ergebnisse als positiv: „Wir sind auf einem guten Weg.“ Wenn man von realistischen Zielvorstellungen ausgehe, dann sehe man, dass nicht nur viel getan werde, sondern sich auch einiges getan habe. Man betrachte den Prozess aber auch nicht durch die rosarote Brille, es gebe auch weiterhin viel zu tun, erklärt die Russ-Preis-Trägerin.

Ein Beispiel dafür liefert der Landeskoordinator für Flüchtlingsintegration, Anton Strini. Der ehemalige AMS-Geschäftsführer referierte zur Arbeitsmarktintegration. 2015 seien 460 Personen aus den wichtigsten Herkunftsländern der Flüchtlinge unselbstständig beschäftigt gewesen, Anfang 2018 bereits mehr als 2000 Personen. Dabei sehe man, dass der Anteil der Arbeitnehmer aus Syrien und Afghanistan ansteige. „Wenn auch noch viel zu tun ist, hat die berufliche Integration von Flüchtlingen in Vorarlberg bisher insgesamt gut funktioniert.“ Dennoch sind noch immer an die 1100 Flüchtlinge beim AMS zur Arbeitssuche gemeldet. Eine Studie der Uni Wien zeige dabei, dass gerade persönliche Netzwerke ein wichtiger Erfolgsfaktor für den Einstieg in das Berufsleben seien, hebt er einen wichtigen Faktor bei der Integrationsarbeit hervor.

Herausforderung Spracherwerb

Strini sieht aber auch Herausforderungen. So bemerke man, dass es eine Gruppe an Flüchtlinge gebe, die beim Spracherwerb gravierende Schwierigkeiten habe. Hier habe gerade ein Aqua-Mühle-Projekt gestartet, in dem man einerseits berufliche Fähigkeiten dieser Menschen heben will und sie dabei andererseits während der Arbeit ein Gebrauchsdeutsch lehren will. „Es muss nicht jeder ein Deutsch-Professor werden“, ist Strini überzeugt. Ein weiteres Problemfeld seien die Frauen und die Rollenklischees, die hier oft vorherrschen würden. Hier gelte es auch bei der Kinderbetreuung anzusetzen. „Diese Frauen wollen das Beste für ihre Kinder“, ist Strini sicher und glaubt, dass hier ein Punkt ist, bei der Integration anzusetzen. Weitere Schwerpunkte betreffen die sprachliche Integration, aber auch die Rolle der Vorarlberger, die Integrationsarbeit leisten.

Neben Fachleuten und interessierten Laien war auch die Politik beim Kongress vertreten. Landtagspräsident Harald Sonderegger etwa. „Wie schon bei der Aufnahme der Asylwerbenden gelingt es uns nur durch das vernetzte Zusammenwirken vieler Akteure – Ehrenamtliche, Städte und Gemeinden, Regionen, das Land und verschiedenste Institutionen – Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte bei ihrem Integrationsprozess professionell zu unterstützen“, betont er die Wichtigkeit des Zusammenarbeitens im Sinne eines gut vernetzten Umfeldes, das den Erfolg sichern könne. VN-GMS

„„Wenn auch noch viel zu tun ist, hat die berufliche Integration bisher gut funktioniert.“