Bildungsminister Fassmann gegen Ausschlussrecht von Schulen

Vorarlberg / 14.05.2019 • 19:56 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Bildungsminister Heinz Fassmann will den
Bildungsminister Heinz Fassmann will den „Double Check“. APA

Wien Nach den handgreiflichen Auseinandersetzungen an einer HTl in Wien-Ottakring sprechen sich Schüler- und Lehrervertreter für das Recht von Schulen aus, Suspendierungen bei groben Disziplinverfehlungen aussprechen zu dürfen. Doch das stößt nicht auf Zustimmung von Bildungsminister Heinz Fassmann (64). „Ich halte es für besser, dass es eine Art ‚Double Check‘ gibt“, betont er im Gespräch mit der APA. Es sei sinnvoll, wenn eine zweite Stelle eingebunden sei, die einen größeren Überblick hat und garantiert, dass alle Schüler gleich behandelt werden.

Das könne eine Einrichtung wie die Bildungsdirektion leisten, eine einzelne Schule hingegen nicht. Er wolle das Zusammenspiel optimieren zwischen den Schulen, an denen die Disziplinarkonferenz über Sanktionen wie Suspendierungen oder Ausschlüsse von Schülern entscheidet, und den Bildungsdirektionen, die diese bestätigen müssen.

Schnellere Ausschlüsse

Aktuell kann eine Schule im Rahmen einer Disziplinarkonferenz eine Suspendierung nur beantragen. „Im Fall der Wiener HTL geschieht das in sechs Fällen“, erklärt der Minister. Bundesschulsprecher Timo Steyer von der ÖVP-nahen Schülerunion plädiert hingegen dafür, „dass die Schule autonom handeln kann“. Man müsse den Betroffenen jedoch andere Optionen im Bildungssystem aufzeigen. Einer Entscheidung am Schulstandort könnte auch der Vorsitzende der Pflichtschullehrer-Gewerkschaft Paul Kimberger von der Fraktion Christlicher Gewerkschafter etwas abgewinnen. Schüler und Lehrer fordern gemeinsam die Möglichkeit für schnellere Ausschlüsse.