Montafon macht mobil

14.05.2019 • 17:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Ausbau der Montafonerbahn soll nun rasch angegangen werden.
Der Ausbau der Montafonerbahn soll nun rasch angegangen werden.

Lösung der Verkehrsprobleme und Verlängerung der Montafonerbahn als Zielvorgabe.

Montafon „Die Mobilität im Tal ist der Schlüssel für die künftige Entwicklung des Montafons“, sagt Standesrepräsentant Bürgermeister Herbert Bitschnau. „Diese Probleme sind nicht neu. Man hat diese teilweise über Jahrzehnte vor sich hergeschoben. Das lag auch an uns Bürgermeister, da wir uns nicht einig waren. Das ist jetzt anders“, gab sich der Standesrepräsentant in der gestrigen Pressekonferenz durchaus selbstkritisch. In einem gestern gefassten Beschluss des Standesausschusses sprachen sich die zehn Montafoner Bürgermeister für ein zukunftsfähiges, gemeinsames Montafon mit einer vernetzten Mobilität aus und fordern die rasche Lösung bestehender Verkehrsprobleme sowie die Verlängerung der Montafonerbahn.

Als konkrete Maßnahmen nennt Bitschnau Projekte wie die Autobahnabfahrt ins Montafon, den Bau des Tunnels Lorüns, eine Lösung für die Verkehrs- und Lärmbelastung zwischen St. Anton und Gantschier sowie den Bau von weiteren Park&Ride-Möglichkeiten entlang der mbs-Bahntrasse. Auch in Sachen öffentlicher Nahverkehr sollen die Weichen rasch Richtung Zukunft gestellt werden. Neben einem abgestimmten Ausbau von Bussen und Elektromobilität in alle Orte und Seitentäler gelte es hier insbesondere die Verlängerung der Monfatonerbahn ehestmöglich anzugehen. Eine Machbarkeitsstudie für die Verlängerung der Montafonerbahn ist in Arbeit und wird im Frühsommer 2019 vorgestellt.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“

Nach Ansicht von Bürgermeister Martin Netzer ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, sich mit Mut und Entschlossenheit gemeinsam für den Bahnausbau einzusetzen. „Die Bevölkerungsentwicklung im Montafon stagniert, und bei jungen Erwachsenen zwischen 20 und 30 Jahren sehen wir eine zunehmende Tendenz, aus dem Montafon abzuwandern. Dem wollen wir entgegenwirken“, sagt der Gaschurner Gemeindechef. Im Unterschied zu den früheren Varianten und Studien der Bahnverlängerung verbindet das jetzige Projekt das ganze Tal, bezieht eine Optimierung des bestehenden Bus-Verkehrs mit ein und schafft damit eine Basis für die laufende Entwicklung des „Regionalen Räumlichen Entwicklungs-Konzepts“ (regREK) im Montafon, erklärt der Schrunser Bürgermeister Jürgen Kuster.

Neben der Verbesserung der Lebensqualität der Menschen im Tal erhoffen sich die Bürgermeister mit einer zeitgemäßen Mobilität eine Verbesserung der Standort-Attraktivität für die Ansiedelung von neuen Unternehmen sowie eine Unterstützung der bestehenden Betriebe, im Tourismus genauso wie in Gewerbe, Industrie oder Dienstleistung. VN-JS