Nenzing: Kesslers Pläne in der Warteschleife

Vorarlberg / 14.05.2019 • 06:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Betriebserweiterungsvorhaben hält Gutachter und die Gemeinden Nenzing und Frastanz weiterhin auf Trab.

Nenzing, Frastanz Erweiterungen von Betrieben werden vor allem in Zeiten eines kräftig brummenden Wirtschaftsmotors bei Unternehmen zum Thema. So auch im Walgau, wo die Gemeinde Nenzing wie bereits mehrfach berichtet für das Anknabbern der Landesgrünzone eintritt. Konkret wurde die Umwidmung von 77.000 Quadratmetern für die Firmen Hydro Extrusion und Liebherr beim Land beantragt. Während Hydro als Experte für Aluminiumprofile für 9050 Quadratmeter mit breiter Zustimmung den Raumplanungsbeirat passiert hat, wird sich Liebherr noch gedulden müssen. Die Herausnahme seiner gewünschten 68.343 Quadratmeter aus der viel zitierten Grünzone dürften erst nach den Landtagswahlen im Herbst im Beirat behandelt werden.

Liebherr muss sich noch länger gedulden

Dies bestätigt Statthalter Karlheinz Rüdisser (VP)  auf Anfrage der VN. Derzeit wird der Umweltbericht als Teil des Auflageverfahrens erarbeitet. „Der Start für das Auflageverfahren dürfte in den Sommermonaten erfolgen“, schätzt Rüdisser. Noch keine Gremien beim Land beschäftigen hingegen die Erweiterungspläne des Unternehmens von Christian Kessler (Kessler bewegt’s), der im Galinawald zwischen Nenzing und der Marktgemeinde Frastanz kräftig erweitern will und dabei sogar an eine Verlegung der L 190 denkt. Kessler war ebenso im Vorjahr an die Gemeinde Nenzing herangetreten und hatte um die Herausnahme von 27.500 Quadratmetern aus der Grünzone angeklopft.

Schwerverkehr könnte Knackpunkt werden

Inzwischen ist es jedoch still geworden um das Vorhaben. „Noch sind die Fakten nicht auf dem Tisch. Neben einem Verkehrsgutachten, das sich in Ausarbeitung befindet, sind noch Antworten aus einem Fragenkatalog, die Kessler zur Beantwortung von uns als Gemeinde bekommen hat, offen“, sagt Florian Kasseroler (FP) als Gemeindechef. Darüber hinaus sei das Verfahren für Kompensationsflächen noch nicht geklärt. Auch ein bereits eingebrachter Antrag auf Volksabstimmung sei nicht vom Tisch. „Zuerst muss man genau wissen, um was es überhaupt geht.“ Vor diesem Hintergrund ist es aus seiner Sicht „durchaus denkbar, dass Kessler und Volksabstimmung nicht mehr auf einer Tagesordnung zu einer Gemeinderatssitzung zu finden sind“, schloss der Gemeindechef im Gespräch mit den VN.

Frastanzer denken an Tonnagebeschränkung

In der Nachbargemeinde Frastanz werden die Pläne mit Argusaugen verfolgt. Dort befürchtet man ein weiteres Ansteigen des Schwerverkehrs über die Landesstraße 190 durch Frastanz. Das Vorhaben Kesslers sei bereits im Vorjahr im Rahmen einer Bürgerfragestunde diskutiert worden, bestätigt Gemeindechef Eugen Gabriel (VP). Dabei hat sich offenbar gerade der Lkw-Verkehr als Knackpunkt erwiesen. Auch die Frage einer Tonnagebeschränkung auf 3,5 Tonnen, die allerdings den Quell- und Zielverkehr ausnimmt, wie sie im Juni 2005 im Bereich der Nenzinger Büchel (L 190) erlassen wurde, sei erörtert worden.