Warum sich BirdLife um das Rheindelta sorgt

15.05.2019 • 12:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Rheindelta finden sich auf einer Fläche von rund 2000 Hektar Flachwasserbereiche, Schilfröhrichte, Feuchtwiesen und Auwälder. Birdlife

BirdLife warnt vor dem Austrocknen, Geschäftsführer des Naturschutzvereins Rheindelta wundert sich über den Zeitpunkt.

Geraldine Reiner

Höchst Die Vogelschutzorganisation BirdLife schlägt Alarm. „Das Feuchtgebiet Rheindelta trocknet aus“, warnt Johanna Kronberger, Vorsitzende von BirdLife Vorarlberg, in einer Aussendung. Das Naturschutzgebiet Rheindelta sei sowohl nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie als auch nach der Vogelschutzrichtlinie der EU als Natura-2000-Schutzgebiet ausgewiesen. „Hier findet sich ein einzigartiges Habitat für viele, teilweise bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Aktuell kehren Tausende Vögel aus den Überwinterungsquartieren des Südens in ihre Brutgebiete am Bodensee zurück“, schildert die Vogelschützerin, um dann gleich eine Warnung hinterherzuschieben: „Die anhaltende Entwässerung gefährdet diesen einzigartigen Lebensraum.“

Im Rahmen des laufenden Wassermanagements würden ökologische Gesichtspunkte nur unzureichend berücksichtigt, was zu einer Austrocknung und Versauerung der Streuwiesen führe. „Die Auswirkungen auf die Vegetation und die Tierwelt sind deutlich erkennbar. Ornithologen von BirdLife Vorarlberg beobachten seit Jahren einen deutlichen Rückgang der Artenvielfalt“, berichtet Kronberger. Hoffnungsvoll stimmt sie, dass die Situation mit relativ einfach umsetzbaren Maßnahmen verbessert werden könne. Ihre Vorschläge: Die oberflächennahe Stauhaltung von Niederschlagswasser in dem bestehenden Verbindungsgraben durch Anpassung des Wassermanagements sowie die Einleitung von Bodenseewasser aus der Fußacher Bucht durch eine bestehende Rohrleitung.

Mangelnde Unterstützung

Walter Niederer, Geschäftsführer des Naturschutzvereins Rheindelta, kennt das Problem, wundert sich allerdings, dass es die Vogelschutzorganisation jetzt aufs Tapet bringt: „BirdLife greift etwas auf, das wir aufgrund mangelnder Unterstützung nicht geschafft haben.“ Der Naturschutzverein Rheindelta wollte solche Maßnahmen bereits vor Jahren umsetzen, sagt Niederer. „Dass der Graben aufgestaut wird, haben wir als Projekt eingereicht. Auch eine Pumpe war angedacht“, nennt er Beispiele. 2014 seien die Bemühungen allerdings gescheitert. „Ich hätte mir damals mehr Unterstützung erhofft“, meint der Geschäftsführer auch in Richtung NGOs. Nichtsdestotrotz habe man zwischen 2001 und 2014 zahlreiche Verbesserungen vorgenommen. „Soweit wir konnten. 2015 ist die Verantwortung dann an das Land übergegangen“, unterstreicht Niederer.

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