Gericht: Panne mit gefälschtem Führerschein

Vorarlberg / 15.05.2019 • 13:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der junge Angeklagte vor Richter Richard Gschwenter. Eckert
Der junge Angeklagte vor Richter Richard Gschwenter. Eckert

320 Euro Geldstrafe für Angeklagten, der die Lenkerberechtigung einer Bekannten kopierte.

Christiane Eckert

Feldkirch Der junge Mann kennt sich mit Autos aus und ist handwerklich sehr geschickt. Gerne repariert er ältere Fahrzeuge, bringt sie in Schuss und verkauft sie dann wieder. Als er wieder einmal einen Gebrauchten einer Bekannten daheim stehen hatte, fiel ihm ihr Führerschein im Fahrzeug auf. Da er selbst keine Lenkerberechtigung für einen Pkw besitzt, aber gerne fährt, war die Versuchung offenbar zu groß. Er nahm das Dokument, kopierte es, allerdings hatte er seinen eigenen Namen eingefügt und auch das Geburtsdatum „angepasst“. Doch eines entging dem jungen Möchtegernautofahrer: Das Dokument war nur vier Wochen gültig, es handelte sich um einen vorläufigen Führerschein.

Pech gehabt

Ein vorläufiger Führerschein wird nach Absolvierung der praktischen Fahrprüfung ausgehändigt und gilt maximal vier Wochen ab Aushändigungsdatum. Verlängert kann er nicht werden. Als der junge Mann in Dornbirn in eine Verkehrskontrolle geriet, zeigte er „seinen“ Führerschein. Da er bereits abgelaufen war, half er dem Lenker nicht weiter. Abgesehen davon flog die Fälschung auf und die führerscheinfreie Fahrpraxis war zu Ende.

Hohe Geldstrafe

„Sie wissen ja schon, wie der Hase läuft“, spricht Richter Richard Gschwenter die zwei Vorstrafen vom Bezirksgericht an. Eine wegen Suchtgift und eine wegen eines Urkundendeliktes. Der Junge staunt, dass Bezirksgerichtsstrafen am Landesgericht auch „zählen“. Bei seinem Schuldenstand gibt der Angeklagte an, dass er bereits der Bezirkshauptmannschaft wegen dieser Sache 7500 Euro Strafe bezahlen müsse. Diesen Umstand berücksichtigend, fällt die gerichtliche Strafe wegen Fälschung besonders geschützter Urkunden milde aus. Der Richter wählt den niedrigsten Betrag, wodurch sich eine Geldstrafe von 320 Euro ergibt. Dem Staatsanwalt zu wenig, er bekämpft das Urteil.