Klaus Hämmerle

Kommentar

Klaus Hämmerle

Weg mit den Giftpfeilen

Vorarlberg / 15.05.2019 • 17:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Vertreter einer Berufsgruppe wollen sie sein, Politaktivisten sind sie. Wer sich die Aussendungen der Lehrervertretungen des ÖAAB und der Vorarlberger Lehrerinitiative zum Thema Gewalt in der Schule zu Gemüte führt, fühlt sich mitten in einem Wahlkampf.

Beide gehen nach altbekannten Mustern vor. Die schwarzen Pädagogensprecher werden wieder einmal nicht müde, die Bildungspolitik von Minister Fassmann in höchsten Tönen zu zelebrieren. Mit ihrer permanenten Verherrlichung von allem, was da vom Minoritenplatz unter ÖVP-Patronanz daherkommt, erinnern sie an organisierte Jubelgruppen, die von totalitären Regimen zu bombastischen Kundgebungen ihres Führers hergekarrt werden.

Die anderen, die Vorarlberger Lehrerinitiative, greifen bei ihrer Behandlung des Themas tief in die Polemikkiste. Was bitte sollen diese zynischen Fragen als Präambel zu den Vorschlägen für eine Problemlösung? Zum Beispiel diese: „Wieso wird die offenkundige Überforderung des Bildungsministeriums und der Schulverwaltungen ignoriert?“ Glauben die Autoren denn tatsächlich, dass die demonstrativ zur Schau gestellte Verachtung der Andersdenkenden der Sache irgendetwas Gutes tut?

„Die am Ideenwettbewerb Beteiligten sollten endlich einmal ihre Giftpfeile im Köcher lassen.“


In der Sache geht es darum, effiziente, allgemein anerkannte Strategien gegen Gewalt in der Schule zu entwickeln. Das hat erstmal nichts mit einer Schulsystemdiskussion zu tun. Da sollten die am Ideenwettbewerb Beteiligten endlich einmal ihre Giftpfeile im Köcher lassen, im Interesse der von ihnen Vertretenen genauso wie im Interesse von Schülern und Eltern.