Ergreifende Gedenkfeier am „Russenfriedhof“

16.05.2019 • 16:04 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Bei strömendem Regen gedachten Menschen aus russischsprachigen Ländern, Vorarlberger, Schweizer und Liechtensteiner der verstorbenen Kriegsgefangenen.
Bei strömendem Regen gedachten Menschen aus russischsprachigen Ländern, Vorarlberger, Schweizer und Liechtensteiner der verstorbenen Kriegsgefangenen.

Erinnerung an verstorbene russische Kriegsgefangene.

Rankweil Bereits zur Tradition geworden ist die Gedenkfeier für russische Kriegsgefangene und gefallene Soldaten auf dem Waldfriedhof oberhalb der Valduna. Am Samstag, 11. Mai, trafen sich Menschen aus russischsprachige Ländern, die in Vorarlberg leben, Vorarlberger, Schweizer und Liechtensteiner, die Russisch lernen und sich für die russische Sprache und Kultur interessieren, um der russischen Kriegsopfer zu gedenken.

Der Chor Russinka unter Chorleiterin Elena Fischer, der russische Verein Rusalotschka sowie Russisch-Lehrerin Irina Abramova organisieren seit fünf Jahren dieses Erinnern. Rote Nelken für die Opfer wurden für die Gedenkstätte mitgebracht und die vom Chor Russinka gesungenen russischen Lieder unterstrichen die feierliche Atmosphäre auf dem sogenannten Russenfriedhof, einem Ehrenteil der Ruhestätte.

Während der Gedenkfeier regnete es in Strömen. Deshalb wärmten sich die Teilnehmer im Rankweiler Gasthaus Schwarzer Adler erst einmal auf. Dann wurde gemeinsam gegessen und rührende und tiefgründige Gespräche geführt, Familiengeschichten über den Zweiten Weltkrieg erzählt und persönliche, hochinteressante Erinnerungsstücke aus privaten Archiven gezeigt.

Russenfriedhof

Auf dem oberhalb des Landeskrankenhauses Rankweil gelegenen Waldfriedhof befindet sich der russische Ehrenteil, der sogenannte Russenfriedhof. Die russischen Kriegsgefangenen hatten wenig Überlebenschancen. Sie waren aus einem Salzburger Lager nach Vorarlberg überstellt worden. 43 von ihnen sind auf dem Russenfriedhof bestattet. 43 Pultsteine aus Granit, in die die Namen der russischen Kriegsopfer eingraviert sind, wurden anlässlich der Sanierung zur Erinnerung aufgestellt.

Besonders erwähnenswert ist das Engagement des Schwarzes-Kreuz-Vereinsmitglieds Wolfgang Pruggger, der seit 30 Jahren ehrenamtlich die Soldatengräber pflegt, genauso liebevoll wie Schwarzes-Kreuz-Mitglieder Soldatengräber deutscher und österreichischer Soldaten in Russland betreuen. KL