Qual der Wahl für Maturanten

16.05.2019 • 17:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Große Umfrage von Industrie- und Wirtschaftsvertretung bringt ermutigende Ergebnisse.

LUSTENAU Bereits zum neunten Mal seit 1997 führten die Industriellenvereinigung (IV) und die Wirtschaftskammer (WKV) eine breitgefächerte Umfrage unter Maturanten durch. Nicht weniger als 1377 Jugendliche nahmen an der Studie teil, was einer Rücklaufquote von 71,46 Prozent entspricht. Umgesetzt wurde die Umfrage vom Institut Dr. Auer.

Haupttenor der Befragung: Die Maturanten sind im Wesentlichen mit ihrer Schule und den dort lehrenden Pädagogen zufrieden, geben sich für ihre berufliche Zukunft optimistisch, auch wenn ein gutes Fünftel der baldigen Absolventen noch nicht weiß, welche Berufslaufbahn sie einschlagen werden. Für 36 Prozent der Befragten steht hingegen fest: Sie gehen nach der Reifeprüfung studieren.

In ihrem künftigen Arbeitsleben wünschen sich die Maturanten vor allem eine gute Balance zwischen Familie, Freizeit und Beruf.

Berufswahl fällt schwer

„Die Ergebnisse der Umfrage sind von bedeutendem Wert für uns“, betonte Landesrätin Barbara Schöbi-Fink (58) anlässlich der Präsentation. Es gehe nun darum, die entsprechenden Maßnahmen zu setzen.

Vom schulischen Blickwinkel her sticht die hohe Bedeutung eines guten Schulklimas sowie einer profunden Allgemeinbildung heraus. Zudem sind die diesjährigen Maturanten zufriedener mit ihren Lehrpersonen, als es Maturanten früherer Jahrgänge waren. Dass so viele angehende Absolventinnen und Absolventen in puncto beruflicher Zukunft noch unschlüssig sind und ihnen die Berufs- und Weiterbildungsentscheidung schwer fällt, deuten die Auftraggeber der Studie positiv. „Das hängt sicherlich mit der Fülle an Berufs- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie den vielen Informations- und Beratungsangeboten von Schulen und Bildungspartnern zusammen“, deutet Wirtschaftskammerdirektor Christoph Jenny diesen Umstand positiv.

Allerdings: Das vorhandene Angebot an Information und Beratung nützen die Befragten gar nicht in vollem Umfang, obwohl sie andererseits einen Mangel an Informationsmöglichkeiten beklagen. „Da müssen wir sicher ansetzen“, meint Mathias Burtscher, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Vorarlberg.

Was zur Rückkehr bewegt

Spannend findet Jenny die geschlechtsspezifischen Prioritäten im künftigen Berufsleben. „Gutes Arbeitsklima und eine passende Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf wollen alle gleichermaßen. Für die Maturantinnen sind jedoch Arbeitsplatzsicherheit und berufliche Herausforderung besonders wichtig, für die Burschen ein hohes Einkommen.“

Ein besonderes Anliegen für die Bildungsverantwortlichen und die Wirtschaft ist die Rückkehr von möglichst vielen Vorarlberger Studienabsolventen in ihre Heimat. Dafür braucht es gewisse Voraussetzungen. Dazu zählen attraktive Arbeitsplätze und leistbare Wohnmöglichkeiten.

„Die Entwicklung der Marke Vorarlberg kann dazu einen ganz wichtigen Beitrag leisten“, ist Burtscher überzeugt. Interessant auch: Junge, gut ausgebildete Menschen wünschen sich ein urbaneres Vorarlberg. 46 Prozent der Befragten möchten, dass sich Vorarlberg städtisch entwickelt.

„Infolge vieler Möglichkeiten sind viele Maturanten bezüglich Zukunft noch unschlüssig.“