E-Autos auf dem Prüfstand

17.05.2019 • 17:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Land ließ Umwelteffekte vom Institut Kairos prüfen.

Bregenz Sie sind geräuscharm und stoßen keine Schadstoffe aus, doch sind Elektroautos wirklich umweltschonender als benzin- oder dieselbetriebene Autos? „Mittlerweile hat sich das Ganze beinahe zu einer Glaubensfrage entwickelt und wird durchaus kontrovers diskutiert“, sagt Landesrat Christian Gantner (38, ÖVP). Das Land habe dem Institut Kairos daher den Auftrag gegeben, die Umwelteffekte der Elektromobilität zu prüfen und kritisch zu hinterfragen. Das Ergebnis: „Elektroautos sind tatsächlich umweltfreundlicher unterwegs als herkömmliche Fahrzeuge“, erläutert Gantner bei der Präsentation am Freitag. Die unterschiedlichen Aspekte, die für und gegen die elektrisch betriebenen Fahrzeuge sprechen, wurden in einer Broschüre zusammengefasst.

Für die Herstellung von E-Autos sei aufgrund der Batterie zwar rund 30 Prozent mehr Energie notwendig, im Betrieb hätten sie allerdings einen klaren Vorteil. „Schon nach wenigen Monaten überholt das Elektroauto daher die Verbrennungsmotor-Autos in Sachen Umweltfreundlichkeit. Besonders groß wird der ökologische Vorteil, wenn die Fahrzeuge mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben werden“, lautet eine Schlussfolgerung der Untersuchung. Christoph Breuer vom Institut Kairos sieht aber noch deutlich mehr Potenzial. „Die Rechnung geht noch viel, viel besser auf, wenn die Fahrzeuge und die Zellen in Zukunft großindustriell hergestellt werden und die Fabriken mit erneuerbarer Energie betrieben werden“, führt er aus.

Eine Herausforderung bleibe die sozial- und umweltverträgliche Beschaffung der sogenannten seltenen Erden wie Kobalt oder Lithium. Im Unterschied zu den fossilen Brennstoffen, deren Förderung ebenfalls massive Umweltauswirkungen hätte, würden die Rohstoffe der Elektromobilität durch die Nutzung aber nicht verbraucht. „Sie können wiederverwertet werden“, zeigt Christian Vögel vom Fachbereich Energie und Klimaschutz beim Land auf. VN-ger