Markus Fitsch züchtet wie sein Vater und Großvater Tiroler Bergschafe

17.05.2019 • 10:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Familie Fitsch mit zwei der sieben Schafe der Zuchtfamilie.VN/JLO

Zucht hat Tradition bei Familie Fitsch in Schruns.

Schruns Vor Kurzem räumten die Schafe von Markus Fitsch bei der zweiten landesweiten Tiroler Bergschafschau fast alle zu vergebenden Preise ab, was unter anderem auch das Ergebnis einer jahrelangen Zuchttradition ist. Seit 33 Jahren hält Markus Fitsch nun schon weiße Tiroler Bergschafe. „Angefangen hat das, als ich 18 Jahre alt war“, erzählt Fitsch. „Das haben bereits mein Großvater und mein Vater gemacht, so war es für mich fast schon selbstverständlich, als ich mir so um 1985/86 die ersten drei Schafe angeschafft habe.“

Herdebuch

Heute besitzt der gebürtige Thüringer 30 Schafe, wobei das Besondere daran ist, dass er sich eine reinrassige Vorarlberger Zuchtfamilie aufgebaut hat. „Eine Zuchtfamilie hat man dann, wenn eine Aue (Mutterschaf) und ein Widder drei direkte Nachkommen haben, die auch als Zuchtschafe eingetragen werden. Ich habe nun schon fünf“, informiert der erfahrene Landwirt und ergänzt: „Die Eintragung erfolgt dabei nach einer strengen Beurteilung von sechs Merkmalen: Typ, Rahmen, Form, Fundament, Wolle und Bemuskelung.“ Erst dann erfolgt die sogenannte Eintragung ins Herdebuch. „Das ist eine Seltenheit in Vorarlberg, die meisten müssen sich hier Schafe aus dem benachbarten Tirol ankaufen.“ Fitsch muss das nicht, zu ihm kommen sogar Tiroler Bauern, um Schafe zu erwerben.

Weiße Tiroler Bergschafe: Was hier wohl getuschelt wird?
Weiße Tiroler Bergschafe: Was hier wohl getuschelt wird?

Ganzjähriger Auslauf

„Dass ich mir so eine Zuchtfamilie aufbauen konnte, brauchte natürlich eine Portion Glück, es musste halt alles passen“, weiß Fitsch. „Da spielt alles zusammen, auch das Futter und die Umgebung.“ Dass es den Schafen im Stall des heute in Schruns Wohnhaften gut geht, ist ihm sehr wichtig. „Die Schafe haben ganzjährig Auslauf, zudem schauen wir auch, dass wir ihnen das eigene Heu geben können.“ So kommt das Heu im Winter von den Wiesen vor dem Stall und das Futter im Sommer gibt es dann am Arlberg. „Ich habe ein Maisäß in Langen gepachtet, da sind die Schafe dann den ganzen Sommer oben“, sagt Fitsch.

Damit die Tierhaltung gut funktioniert, wird in der Familie des Versicherungskaufmanns eng zusammengearbeitet. So helfen Frau Carmen und die Töchter Chiara und Angelina tatkräftig mit. „Unsere Mädchen helfen gerne im Stall, sie haben sogar ihre eigenen Schafe, Budlei und Hannah“, sagt Markus Fitsch und lacht. „Weiter ist Chiara die Schafchefin und Angelina die Chefin der Hennen. Für die nächste Generation ist also auch schon alles gesichert.“

Die Töchter Chiara und Angelina mit ihren Schafen Budlei und Hannah.
Die Töchter Chiara und Angelina mit ihren Schafen Budlei und Hannah.

Sommer am Arlberg

Die Größe des derzeitigen Schafbestands reicht der Familie Fitsch. „Wir hatten schon einmal knapp 50 Schafe“, sagt Markus Fitsch. „Das war dann schon viel, zumal ich das Heu um das Haus herum selber mähe und das an den Hängen oft mühselig ist. Über Hilfe sind wir deshalb immer froh.“ Noch sind die Schafe immerhin in der Nähe des Wohnorts.

Wenn dann genug Gras in den Bergen gewachsen ist, fährt Fitsch die Schafe auf den Arlberg, treibt sie auf das Maisäß und muss dann regelmäßig auch dazuschauen. „Der Weg ist halt sehr weit, aber ich versuche trotzdem, mindestens einmal in der Woche dort zu sein“, informiert der 51-Jährige. Dann muss auch gezäunt und alles in Schuss gehalten werden.

„Es ist schon ab und an streng. Ich gehe um fünf Uhr morgens in den Stall. Dafür lässt sich die Schafzucht gut mit der Arbeit als Versicherungskaufmann kombinieren“, sagt Fitsch abschließend.

Markus Fitsch


Geboren 3. September 1967


Ausbildung Versicherungskaufmann


Familienstand verheiratet


Hobbys Schafzucht, Landwirtschaft, E-Bike