Neustarter und Ehrgeizige

Vorarlberg / 17.05.2019 • 18:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wer Tinkhauser als Bludescher Gemeindechef beerben soll, steht für viele derzeit noch in den Sternen. VN
Wer Tinkhauser als Bludescher Gemeindechef beerben soll, steht für viele derzeit noch in den Sternen. VN

Kammerkarriere Wer sein Erbe nach zehn Jahren als Bludescher Gemeindechef übernehmen soll, steht offenbar noch in den Sternen. Fix ist nur, dass Michael Tinkhauser (49) nach den Gemeindewahlen 2020 nicht brotlos sein wird. „Tinki“, wie ihn seine Freunde nennen dürfen, hat ein Rückkehrrecht in die Arbeiterkammer Feldkirch. Tinkhauser hatte sich zu seinem Wechsel in den Bürgermeisterstuhl in der Arbeitnehmervertretung karenzieren lassen. Er war dort bis März 2010 für die Lehrlings- und Jugendabteilung zuständig. Wo Tinkhauser nach seinem Abgang als Gemeindechef im nächsten Jahr an seine Kammerkarriere anknüpfen wird können, steht noch nicht fest. Es gibt Gerüchte, wonach der Bludescher in wenigen Jahren die Nachfolge von AK-Direktor Rainer Keckeis (60) antreten soll. „Tinkhauser fehlt für diesen Job der juristische Background, er ist gelernter Sozialarbeiter“, heißt es hinter den Kulissen.

 

Chancen Mächtig Staub aufgewirbelt hat der Parteiaustritt des Götzner Bundesrates Christoph Längle (39, FP) bei den Blauen. Längle hat aus Entrüstung darüber, dass Landesparteichef Christof Bitschi (28, FP) eine Zusage für einen Bezirkslistenplatz nicht gehalten und damit „Wortbruch“ begangen habe, gemeinsam mit anderen Götzner Blauen den Parteiaustritt erklärt. „Reisende soll man ziehen lassen“, heißt es jetzt im Team Bitschis. Dass Längle nach den Landtagswahlen 2019 nicht mehr Bundesrat sein wird, gilt deshalb als fix. Sein Erbe wird hinter den Kulissen bereits verhandelt. Gute Chancen werden dabei der Nenzinger Gemeinderätin Kornelia Spiss (54, FP) nachgesagt. Spiss scheint auf der Bezirksliste Bludenz auf dem dritten Platz auf und fungierte zwischen 2009 und 2014 bereits als Abgeordnete im Vorarlberger Landtag.

 

Übersiedler Die einen freut er, die anderen bedauern den Wohnsitzwechsel. Nathaniel Heinritz (30, SP), der sich für die Vorarlberger Genossen als EU-Kandidat ins Zeug wirft, ist vor wenigen Tagen von Feldkirch nach Bludenz übersiedelt. Heinritz, der seine Brötchen in der AK Feldkirch in der Abteilung Arbeitsrecht verdient, ist offenbar ganz bewusst in die Alpenstadt übersiedelt. Der gelernte Jurist will nämlich seinen Parteifreund und Vizestadtchef Mario Leiter (54, SP) bei der Gemeindewahl 2020 unterstützen. Dass der ehrgeizige Sozialdemokrat in Bludenz und nicht in Feldkirch kommunalpolitisch durchstarten will, wird von vielen Genossen bedauert. Aus ihrer Sicht wäre vielmehr in der Montfortstadt ein Neustart längst überfällig. Bei den Feldkircher Roten rund um Stadtvertreterin Brigitte Baschny (60, SP) liege „nicht nur personell vieles im Argen“, erzählen namhafte SP-Funktionäre.

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