Verliebtheit der Chat-Partnerin ausgenützt

Vorarlberg / 20.05.2019 • 22:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bei der Verhandlung vor Richter Martin Mitteregger wurde sich der von Rechtsanwalt Robert Mayer vertretene Mann wohl seines Unrechts bewusst. Cro
Bei der Verhandlung vor Richter Martin Mitteregger wurde sich der von Rechtsanwalt Robert Mayer vertretene Mann wohl seines Unrechts bewusst. Cro

Liebe zeigte Angeklagter nur, wenn sie sich prostituierte.

Feldkirch Wenn zwei sich über ein Internet-Chatforum kennenlernen, heißt das noch lange nicht, dass sich beide ineinander verlieben. So war es auch im Fall des gestern vor Gericht stehenden Angeklagten. Während ihn seine Chatpartnerin anhimmelte, kamen bei dem schätzungsweise 40-jährigen Herrn keine wirklichen Gefühle auf. Die Gemeinsamkeiten beschränkten sich vielmehr auf gescheiterte Beziehungen und akute Geldnot. Die vermeintliche Lösung wurde schnell gefunden: Sie soll sich für Sex mit Männern bezahlen lassen. Die Kohle wird dann halbe-halbe geteilt.

Gesagt, getan. Doch irgendwann wurde es der psychisch schwer angeschlagenen Frau, die in Dornbirn wohnt, zu viel. Nur ihrem Angebeteten zuliebe machte sie weiter – bis sie seelisch nicht mehr konnte. Die Mutter eines Kindes musste ins Spital. Was darauf folgte, waren Einschüchterungsversuche mit dem Wortlaut „ich gehe zur Polizei und zeige mich selbst an“ und eine Drohung, dass er die freizügigen Bilder, die er von ihr habe, an Verwandte schicken würde.

Schuldig bekannt

Dass der mittlerweile in die Steiermark arbeitende Mann dann tatsächlich Bekanntschaft mit der Polizei und in der Folge auch mit dem Gericht machen würde, hätte er sich dann doch lieber erspart. Zumal die Anklagepunkte Verbrechen der geschlechtlichen Nötigung, Vergehen der Zuführung zur Prostitution sowie das Vergehen der Zuhälterei alles andere als Kinkerlitzchen sind. Bei der Verhandlung vor Richter Martin Mitteregger wurde sich der von Rechtsanwalt Robert Mayer vertretene Mann wohl seines Unrechts bewusst. Er bekannte sich schuldig. Angesichts des genau dokumentierten Chatverlaufs blieb ihm auch gar nichts anderes übrig.

Das Urteil lautete fünf Monate unbedingte Haft für den Vater eines Kindes. Hinzu kommen noch 15 Monate auf Bewährung. „Der Angeklagte nutzte die Verliebtheit seiner Chatpartnerin aus und knüpfte daran Bedingungen“, hieß es sinngemäß in der Urteilsbegründung. Das Opfer erschien nicht persönlich vor Gericht. Ihr ehemaliger Chatpartner konnte sich also nicht mehr bei ihr entschuldigen, was er eigentlich vorhatte. CRO

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