Gerhard Sohm

Kommentar

Gerhard Sohm

Schleierhaft

Vorarlberg / 21.05.2019 • 22:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Der vergangene Montag war ein durchwegs aktiver Tag für ein rumänisches Duo. Der kriminelle Streifzug der beiden begann in einem Bregenzer Elektrogeschäft, aus dem sie Handyzubehör erbeuteten (siehe Bericht). Und dann der verbrecherische Zenit in einer privaten Wohnung: Bei der Suche nach Bargeld vom Bewohner überrascht, verletzten sie den Mann mit einem Faustschlag. Ein Albtraum für jeden Hausbesitzer.

Noch am selben Tag erwischte eine Polizeistreife die beiden Tatverdächtigen und nahm sie fest. Sie werden nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft auf freiem Fuß angezeigt, wie es hieß. Deutlicher gesagt, man geht in Feldkirch wohl davon aus, dass bei den wohnsitzlosen Burschen vor dem Termin, an dem sie sich vor Gericht wegen ihrer Taten verantworten müssen, „weder Fluchtgefahr noch Verdunkelungsgefahr“ besteht.

Das hatten wir schon des Öfteren. Etwa den Fall jenes 15-jährigen, bereits im zarten Alter amtsbekannten Syrers, der mehrere Autos und Kennzeichen stahl, Unfälle fabrizierte und Amokfahrten lieferte. Kurz nach seiner polizeilichen Festnahme kam die staatsanwaltliche Weisung zur Enthaftung. Doch nur wenige Stunden in Freiheit, wurde der Jugendliche bei einem Einbruchsdiebstahl erwischt. Um dann wieder auf freien Fuß gesetzt zu werden. Die Polizei schäumte. Nun stellt sich die Frage, was von den jüngst ertappten, unsteten Dieben zu erwarten sein wird. Gefälliges Wohlverhalten bis zum Gerichtstermin? Eine wohl zu optimistische Erwartungshaltung. Selbst im „sicheren Vorarlberg“.

Gerhard Sohm

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