Dornbirner Stadtspital legt bei Auslastung und Belegzahlen kräftig zu

Vorarlberg / 22.05.2019 • 18:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Dornbirner Stadtspital ist das zweitgrößte Krankenhaus des Landes.HA
Das Dornbirner Stadtspital ist das zweitgrößte Krankenhaus des Landes.HA

Geburtenabteilung meldet neuen Rekord. 31 Millionen Euro Abgang bei 82 Millionen Umsatz.

Dornbirn Mit 895 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das städtische Krankenhaus der größte Betrieb der Stadt Dornbirn. Auf der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung stand der Rechnungsabschluss 2018 auf der Tagesordnung, er wurde einstimmig genehmigt.

Wenn es um das eigene Spital geht, ist man sich in Dornbirn einig: Eine Übergabe an das Land ist für sämtliche Fraktionen weiterhin kein Thema, auch wenn Jahr für Jahr hohe Summen in die Modernisierung investiert werden müssen, etwa derzeit in die Erweiterung des OP-Bereichs.

Voriges Jahr erzielte das Stadtspital einen Umsatz von rund 82 Millionen Euro. Auf der Einnahmenseite wurden knapp 51 Millionen Euro verbucht, der Abgang von 31 Millionen Euro wird von Bund, Land, Patientengemeinden und der Stadt als Rechtsträgerin finanziert. Im Vorjahr verzeichnete das Stadtkrankenhaus sowohl bei den Belegszahlen als auch bei der Auslastung deutliche Steigerungen. Für Bürgermeisterin Andrea Kaufmann (50) und Spitalsreferent Vizebürgermeister Martin Ruepp ein Beweis, dass sowohl die medizinische als auch die pflegerische Qualität bei den Patienten, von denen 62 Prozent aus anderen Gemeinden stammen, geschätzt wird.

Besonders hoch her geht es in der Geburtenabteilung: 2018 erblickten 1500 neue Erdenbürger das Licht der Welt, mehr als je zuvor. Eng geworden ist es in der Abteilung für Frauenheilkunde, weil immer mehr Brustkrebspatientinnen zur Behandlung nach Dornbirn kommen. Grünen-Stadtvertreterin Ingrid Benedikt befürchtet, dass durch räumliche Engpässe die Intimsphäre der Frauen zunehmend gefährdet wird.

Voll ausgelastet

Auf über 112.000 Kontakte angewachsen ist die Patientenfrequenz in der Ambulanz. „Noch schaffen wir es“, lässt Ruepp durchblicken, dass das Ende der Fahnenstange bald erreicht ist. Um das Personal zu entlasten, fordert SP-Stadtrat Markus Fässler eine ambulante Erstaufnahme, die entscheidet, wo Patienten behandelt werden sollen. Seine Parteikollegin Gabi Sprickler-Falschlunger verweist auf Neuerungen beim ärztlichen Nachtdienst, der die Frequenzen in den Ambulanzen deutlich verringern könnte.

Mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ, FPÖ und Grünen wurde auch der Rechnungsabschluss der Stadt für das Jahr 2018 beschlossen. Erstmals setzte Dornbirn über 300 Millionen Euro um, die VN berichteten. Haare in der Suppe fanden die Neos. Stadtvertreter Michael Klocker begründete die Ablehnung seiner Fraktion unter anderem mit „Fehlkalkulationen und mangelnder Kostenwahrheit“ bei städtischen Bauprojekten.

Trauersitzung

Im Gedenken an den verstorbenen Altbürgermeister Wolfgang Rümmele lud die Stadt am Dienstagabend zu einer Trauersitzung ins Rathaus ein. Vertreterinnen und Vertreter aller Fraktionen beschrieben den Verstorbenen als Politiker, der immer größten Wert auf eine gute Zusammenarbeit legte, andere Meinungen respektierte und damit für ein gutes Klima in der Stadtpolitik sorgte. HA