Archäologische Ausgrabungen im Montafon feiern Jubiläum

Vorarlberg / 23.05.2019 • 10:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Archäologische Ausgrabungen im Montafon feiern Jubiläum
Mit der Entdeckung im Friagawald (Ansicht) begann alles.KRAUSE

20 Jahre archäologische Ausgrabungen.

Bartholomäberg Alles hat seinen Anfang und bei den archäologischen Ausgrabungen im Montafon hieß dieser Zufall. Denn vor 20 Jahren lud der engagierte Freizeithistoriker Ferdinand Vallaster den damals noch beim Bundesdenkmalamt von Baden-Württemberg arbeitenden Professor Rüdiger Krause ins Montafon ein, um gemeinsam Fundstellen zu besichtigen. Auf dem Rückweg fiel Krause im Halbdunkeln dann noch eine Hügelkuppel im Friagawald auf, die es sofort zu besichtigen galt, und die auch gleich einen Fund offenbarte.

Martin Vallaster war von Anfang an dabei.vn/jlo
Martin Vallaster war von Anfang an dabei.vn/jlo

“Nach dem Erstaugenschein 1999 erfolgten dann auch Grabungen“, erzählt Bürgermeister Martin Vallaster, der die Arbeiten seit Anbeginn begleitet. „Bei diesen stellte sich der Hügel als eine bronzezeitliche Burganlage heraus.“ Dieser Fund war damals eine Sensation für die Montafoner Geschichtsschreibung, ging man davor noch von einer viel späteren Besiedelung und montanen Tätigkeit in der Region aus.

Gleichzeit war der Fund auch Start für umfassende archäologische Ausgrabungen in den folgenden 20 Jahren. In diesen wurden allein in Bartholomäberg, früher auch Muntafune genannt, über acht Siedlungsplätze gefunden, und auch in weiteren Gebieten des Montafons, wie zum Beispiel beim Sarojajoch, Ausgrabungen initiiert. „Durch das Engagement von Rüdiger Krause und Ferdinand Vallaster und insbesondere mit dem Bundesdenkmalamt hat sich hier ein disziplinenübergreifendes Großprojekt entwickelt, dessen Früchte wir täglich sehen“, sagt Bürgermeister Vallaster.

20 Jahre alst sind die Ausgrabungen.kraus
20 Jahre alst sind die Ausgrabungen.kraus

Vieles davon ist aber auch dem Bürgermeister selbst zu verdanken, der in seinen vielen Jahren als Gemeindeoberhaupt stets vermittelte und unterstützte, wo es nur ging. So wurde zum Beispiel das Gebiet der Knappagruaba, welches durch die rege Bergbautätigkeit stark verhügelt ist, zum Bodendenkmal erklärt. „Rund 40 Grundeigentümer und auch die Landwirte, die das Gebiet über die Jahre hinweg ausgezeichnet gepflegt haben, mussten hier an einen Tisch geholt werden“, weiß der langjährige Bürgermeister.

Lohn für die Beteiligten sind auch die Freundschaften, die sich im Zuge der Grabungen entwickelten, weiß Vallaster: „Manche Studenten von früher kommen auch heute noch ins Montafon. Auch Professor Krause kam zuerst wegen der Arbeit hierher und war dann im Laufe der Jahre immer mehr in seiner Freizeit hier.“

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