Nach Mord an 17-jährigem Lustenauer in Imst: Darum geht es im Prozess

Vorarlberg / 23.05.2019 • 12:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Tatort Imst. Auf diesem Parkplatz geschah am 13. Mai des Vorjahres die Bluttat. Ein 17-jähriger Lustenauer starb.APA

Anklage lautet auf Mord. 17-jähriger Lustenauer wurde durch Messerstich getötet. Der Prozess findet am kommenden Dienstag statt.

Innsbruck Der jetzt 20-jährige österreichische Staatsbürger mit türkischem Hintergrund schwieg nach dem blutigen Vorfall vom 13. Mai des Vorjahres auf einem Parkplatz in Imst lange. Dann wechselte er den Anwalt und machte eine Aussage. Er könne sich nicht mehr wirklich erinnern. Nur dass sich das spätere Opfer plötzlich bedrohlich gegen ihn zubewegt habe. Er habe Angst gehabt. Dann habe er „irgendwie“ zugestochen. Die Folgen waren fatal: Einer der zwei kräftigen Messerstiche gegen den Lustenauer Tischlerlehrling traf diesen mitten ins Herz. Er verstarb kurze Zeit später noch am Tatort.

Zuerst Tritt gegen den Kopf

Dem tödlichen Stich vorausgegangen war eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen zwei Jugendgruppen: jener des Angeklagten und jener des Opfers. Der Konflikt hatte bei einer Jugendveranstaltung seinen Anfang genommen und war anschließend auf dem Parkplatz vor dem Veranstaltungsgelände eskaliert. Ein 21-jähriger Türke wurde in diesem Zusammenhang vergangene Woche wegen versuchter schwerer Körperverletzung zu einer bedingten Haftstrafe von einem Jahr sowie zur Zahlung von 2880 Euro nicht rechtskräftig verurteilt. Er hatte dem späteren Todesopfer einen Tritt gegen den Kopf versetzt.

Kein unbeschriebenes Blatt

Der des Mordes angeklagte Beschuldigte ist kein unbeschriebenes Blatt. Er hat zwar keine Vorstrafe, ist jedoch wegen Vorfällen im Zusammenhang mit Drogen und Körperverletzung polizeilich aktenkundig.

Stefan Denifl ist der Anwalt des Opfers und wird bei der Verhandlung auch privatrechtliche Ansprüche der Opferfamilie geltend machen. „Natürlich unterstützen wir auch die Mordanklage“, macht Denifl klar.

Fünf Zeugen geladen

Der Prozess gegen den Beschuldigten findet am Landesgericht Innsbruck unter dem Vorsitz von Richter Bruno Angerer statt. Die Staatsanwaltschaft wird von Nina Herting geführt.

Geladen sind insgesamt fünf Zeugen. Drei davon kommen von der Gruppe des vermeintlichen Täters, zwei sind die Freunde des Opfers. Geladen sind auch zwei Sachverständige: Gerichtsmediziner Walter Rabl sowie die Psychiaterin Gabriele Wörgötter. Der Prozess ist von 9 bis 19 Uhr angesetzt. „Ich rechne mit einem Urteil noch am Dienstag“, sagt Stefan Denifl.