Privates Radiomuseum in Lustenau feiert 20. Geburtstag

Vorarlberg / 23.05.2019 • 12:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wolfgang Bösch, Jan Hollenstein, Herbert und Maria Rauch mit Urenkelin Mia. PE

Rauchs Radiomuseum lud zur Feier und präsentierte seine technischen Schätze.

lustenau Der Sammelleidenschaft Herbert Rauchs verdankt es die Marktgemeinde, dass im Lauf der Zeit eine beachtliche Anzahl von Radiogeräten den Weg ins Museum gefunden hat. Was im Privathaus in der Roseggerstraße begann, wird seit zwei Jahren in der Hofsteigstraße im Museum weitergeführt. Viel zu eng sind die Räume im Eigenheim geworden, um all den Radiogeräten und Grammophonen Platz zu bieten.

In Rauchs Radiomusuem findet sich manches Kleinod vergangener Jahrzehnte.
In Rauchs Radiomusuem findet sich manches Kleinod vergangener Jahrzehnte.

Mit dem Fest am letzten Samstag feierte man das 20-jährige Bestehen des Museums. Wolfgang Bösch (Radiogeschäft Bösch) kennt sich im Metier aus und übernahm gerne die Aufgabe, den Museumsgründer zu interviewen. Im Namen der Gemeinde gratulierte auch Vizebürgermeister Daniel Steinhofer der Familie für den unermüdlichen Einsatz im Namen der Radiogeschichte. Im Museum befinden sich über 550 Sammlerstücke aus der ganzen Welt.

Schmunzelnd erzählte Herbert Rauch im Interview, wie er das Grammophon seines Onkels mit auf die Alp nahm: „Da habe ich dann den Kühen Schallplatten vorgespielt.“ Schon in jungen Jahren war Herbert vom Innenleben der Radiogeräte fasziniert und wollte am liebsten „hinten reinkriechen“, um zu sehen, was da drinnen vorging. Fuhr man bei Rauchs in die Ferien, wurde das zusammenklappbare Grammophon eingepackt. Seit über 40 Jahren wird intensiv gesammelt, jedes greifbare Gerät wurde direkt mitgenommen und fürs Museum aufgerüstet. Wenn ein Radio nicht funktioniert, wird es repariert, dabei hilft auch Werner Spiegel tatkräftig mit, gemeinsam bringt man die Unikate wieder zum Laufen.

Junges Helferteam (v.l.): Jan, Raphaela und Simon Hollenstein.
Junges Helferteam (v.l.): Jan, Raphaela und Simon Hollenstein.

Ausgefallene Kofferradios, eine „Bratpfanne“ von Philips, gebaut in den Jahren 1928 bis 1929, Musikboxen, Radios mit Schallbandkassetten und echte Dampfradios, deren Ton man nur über Kopfhörer hören kann: Wer durch das Museum streift, staunt nicht schlecht. Da gibt es Geräte, von deren Existenz der Laie noch nie gehört hat.

Weltempfänger

Ein ganz besonderes Prachtstück und eine absolute Rarität ist der Weltempfänger der Firma Ingelen, ein wahres Meisterstück an Technik: Die Skala besteht aus einer Europakarte mit allen Staaten und Städten Europas, je nach Sendereinstellung leuchtet die betreffende Stadt auf. Auch eine Sammlung von über 13.000 Singles nennt Herbert Rauch sein Eigen. Seit einiger Zeit haben sich Jan und Simon Hollenstein ins Museumsgeschehen eingeklinkt. Rauchs Enkelsöhne werden die Familientradition weiterführen und das Lebenswerk ihres Opas für kommende Generationen erhalten. Man zieht an einem Strang und hält an Traditionen fest: Während die Männer sich um das Technische kümmern, halten die Frauen der Familie ihren Sammlern den Rücken frei. Die Geburtstagsfeier fürs Museum haben alle gemeinsam organisiert, und es gab nicht nur Speis und Trank im Überfluss, sondern auch einen zünftigen Auftritt der Schuhplattler-Gruppe Lustenau. pe