BORG Götzis jubelt: Alle 39 Maturanten haben in Mathe bestanden

Vorarlberg / 25.05.2019 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Direktor Thomas Rothmund, Chiara, Katja und Laura zeigen auf ihren Mathe-Professor German Häusle. Am BORG Götzis herrscht große Freude.VN/HÄMMERLE

Als einziges der 14 Gymnasien Vorarlbergs schaffte Götzis die weiße Fahne in Mathematik.

Götzis „Ja, wir haben wirklich eine Freude.“ Die Reaktion von Direktor Thomas Rothmund (61) wird nur noch von der Euphorie jener getoppt, die das geschafft haben: von den erfolgreichen Maturantinnen und Maturanten am BORG Götzis. Begeistert fängt Chiara von der 8b an zu erzählen: „Die Freude ist deswegen so groß, weil Mathe unser Angstfach war, und jetzt das. Herrlich!“ In Chiaras Klasse sind nur noch zehn Schüler zur Matura angetreten, neun davon Mädchen. Zu ihnen gehören unter anderem auch Katja und Laura. „Wir wissen, wem wir das zu einem großen Teil zu verdanken haben“, sagt Laura: „unserem Mathe-Lehrer German Häusle.“

Der Häusle war’s

Häusle war in allen drei Maturaklassen der Mathematiklehrer. 39 Maturanten, 39 Mal bestanden, ist seine Traumbilanz. Der 58-jährige Koblacher übt sich dennoch in großer Bescheidenheit. „Es waren meine Schüler“, sagt er. Doch seine Schüler können nur unterschreiben, was Katja auf den Punkt bringt: „Prof. Häusle hat uns stets gefordert, ohne Stress zu machen. Er hat jede Sekunde einer Schulstunde genutzt. Die fing immer sofort an und hörte erst auf, wenn es läutete. Er hat uns ideal auf die Matura vorbereitet. Er hat mit uns Aufgaben aus den verschiedensten Quellen durchgemacht.“ Die Schüler hätten sich zudem alle einen Lernplan angelegt und den auch strikt befolgt. Disziplin und Konsequenz – mit diesen wichtigen Grundtugenden wurden sie von ihrem Mathe-Lehrer auf angenehme Art und Weise ausgestattet. Nun haben sie es sich selbst und ihm gedankt.

Bescheidener Pädagoge

Der zurückhaltende Mathematiklehrer führt das maximale Ergebnis nicht nur auf sein Wirken zurück. „Man braucht auch Glück. Oft war es nur ein Pünktchen, das die positive Note gebracht hat. Und dann waren da auch noch die Reformmaßnahmen für die Mathe-Matura. Vor allem die Möglichkeit, sich die Zeit für beide Aufgabenteile selber einzuteilen, hat es für viele leichter gemacht“, erzählt Häusle. Wichtig ist ihm auch, seine Kollegen am Erfolg teilnehmen zu lassen. „Wir sind hier ein Team, und eine Klasse habe ich ja erst in der Achten übernommen. Vorher hat da ein anderer gute Arbeit geleistet.“

„Die freie Zeiteinteilung war eine Maßnahme, die vielen sehr geholfen hat.“

German Häusle, Mathematiklehrer

Jetzt die Allerbesten

Das Ergebnis der Mathematikmatura 2019 ist für Direktor Rothmund freilich ein ganz großer Moment seiner mittlerweile achtjährigen Amtszeit als Direktor am BORG Götzis. „Man muss sich ja vor Augen führen: Zum einen waren in Vorarlberg die Oberstufengymnasien gerade in Mathematik immer die Sorgenkinder. Zum anderen gibt es da den Gender Gap in diesem Fach. Mädchen sind viel schlechter als Buben, so war das immer. Und jetzt: Wir sind ein Oberstufengymnasium, und wir haben mehr Mädchen als Buben an unserer Schule. Das ist doch alles zusammen wunderbar.“

Chiara, Katja und Laura: Drei von 39 Schülerinnen und Schülern, die am BORG Götzis die Mathe-Matura positiv bewältigten.VN/Hämmerl
Chiara, Katja und Laura: Drei von 39 Schülerinnen und Schülern, die am BORG Götzis die Mathe-Matura positiv bewältigten.VN/Hämmerl

Tatsächlich sind in den drei erfolgreichen Maturaklassen 27 Mädchen und zwölf Burschen.

Es lief nicht immer so gut bei der Matura am BORG Götzis. „Vor drei Jahren war es ganz schlecht“, erinnert sich Rothmund. Dennoch: Die Schlechtesten waren sie am BORG Götzis nie, dafür heuer die Allerbesten.