Anton Gohm tritt als Bürgermeister von Röns zurück

Vorarlberg / 27.05.2019 • 18:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Im Magnussaal findet kommende Woche der Festakt zum Amtsverzicht von Noch-Bürgermeister Anton Gohm statt.VN/JS

Langzeitgemeindechef zieht nach 32 Jahren einen Schlussstrich.

Röns „Was bleibt, sind nicht unbedingt die großen baulichen Maßnahmen“, sagt der scheidende Rönser Bürgermeister Anton Gohm, „sondern die vielen kleinen Begegnungen mit den Menschen.“ Auch Extremsituationen, wie etwa das Hochwasser im Jahr 1999, bei dem die Menschen eng zusammengearbeitet haben, würden ihm in guter Erinnerung bleiben, beteuert Gohm. „Da hat man gemerkt, dass die Leute im Ort da sind und mit anpacken, wenn es darauf ankommt.“

Festakt im Magnussaal

Seit knapp 32 Jahren ist Anton Gohm Bürgermeister der flächenmäßig kleinsten Gemeinde Vorarlbergs. Damit ist er einer der längst dienenden seiner Zunft. Kommende Woche, am 7. Juni, ist damit aber Schluss. Im Rahmen eines Festaktes erklärt der Langzeitbürgermeister im Magnussaal seinen Rücktritt. Was ihn im Rahmen der Feierlichkeiten erwartet, weiß der Gemeindechef selber nicht genau. „Der Gemeindevorstand hat sich bereit erklärt, alles zu organisieren. Ich freue mich aber schon auf diesen Tag, der mir die Möglichkeit gibt, mich bei allen für die große Unterstützung über all die Jahre zu bedanken“, so Gohm.

Der Gemeindechef, der nach nur zwei Jahren in der Gemeindevertretung im Herbst 1987 das Bürgermeisteramt von Hermann Gohm übernahm, genoss in all den Jahren großes Vertrauen seitens der Bevölkerung. So sprachen ihm bei der jüngsten Bürgermeister-Direktwahl im Jahr 2015 77,90 Prozent der Rönser dieses wieder aus. Auf einen ähnlich großen Rückhalt hofft sein designierter Nachfolger, Landwirt Michael Ammann. Er wird sich bei der Sitzung der Gemeindevertretung rund 14 Tage nach Gohms Rückzug der Wahl stellen.

Amtszeit mit Höhen und Tiefen

Gohm selbst blickt zufrieden auf die über drei Jahrzehnte als Bürgermeister zurück. „Nach einigen Höhen und Tiefen ist es uns gelungen, das Dorf so- weit zu bringen, dass alle an einem Strang ziehen. Eines dieser positiven Beispiele ist der Gemeindetag, der vor drei Jahren von meinem designierten Nachfolger eingeführt wurde“, sagt der scheidende Gemeindechef. Als größte Herausforderung bezeichnet der 63-Jährige den Aufbau bzw. die Erhaltung der nötigen Infrastruktur. „Angesichts der angespannten finanziellen Lage war das nicht immer leicht. Bei jedem Projekt galt es abzuwägen, ob dies die finanzielle Situation nicht überlastet.“ Dennoch gelang es – gerade in den letzten Jahren – mit der Erweiterung des Gemeindeamts samt Feuerwehrhaus sowie der Erneuerung der Ortskanalisation, wichtige Maßnahmen zu treffen.

Und wie geht es dem scheidenden Langzeitbürgermeister mit seiner Rücktritts-Entscheidung? „Jetzt geht’s mir gut damit. Das war aber nicht immer so“, gibt Gohm zu. Bereits zu Beginn der Amtsperiode hatte er klargestellt, dass das seine letzte sein würde. „Ich habe dann einen guten Zeitpunkt gesucht, um zurückzutreten. Davor waren aber einige Gespräche nötig, um einen Nachfolger zu finden. Als Michael (Amn. Ammann) schließlich einwilligte, sich der Wahl zu stellen, war mein Entschluss klar. Ich kann nun mit der Überzeugung gehen, dass es mit der Gemeinde gut weiterlaufen wird.“

Keine Langeweile in Sicht

Langeweile werde aber auch nach seinem Antritt in die Polit-Pension keine aufkommen, versichert der gelernte Kaufmann. „Bei dem Transportunternehmen, das ich nebenbei geführt habe, geht es weiter. Somit glaube ich, dass nicht viel Zeit übrigbleiben wird. Aus der Gemeindepolitik werde ich mich aber ganz bewusst komplett zurückziehen“, versichert Gohm. Ratschläge für seinen Nachfolger habe er keine. „Ich denke, das wird nicht nötig sein. Michael Ammann ist gut in die Gemeindeabläufe involviert. Er muss seinen Weg selber finden, da ist es nicht ratsam, ihm große Ratschläge mit auf den Weg zu geben.“