Mit dem Rad geht’s sicher zur Schule

Vorarlberg / 27.05.2019 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Schüler der 4c der Volksschule Dornbirn Schoren fahren regelmäßig mit dem Rad zur Schule. MAIER-ORTNER

Fahrradfreundliches Vorarlberg. Radfahrprüfung (1/5) Am Ende der 3. Klasse lernen Schüler für die Radfahrprüfung.

Bettina Maier-Ortner

Dornbirn 52 von 57 Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen der Volksschule Dornbirn Schoren haben im vergangenen Herbst die Radfahrprüfung bestanden. Viele Schüler fahren auch regelmäßig mit dem eigenen Fahrrad den kurzen Weg vom Elternhaus in die Schule. Und die jungen Radler mussten nicht erst bis zum vollendeten 10. Lebensjahr warten, um mit dem Rad zur Schule zu fahren: Durch eine Novellierung der 30. StVO wurde das Pflicht-Alter der Schüler auf neun Jahre heruntergesetzt und gleichzeitig mit dem Besuch der 4. Schulstufe verknüpft. So kann sichergestellt werden, dass alle Kinder der 4. Klasse Volksschule nach erfolgreicher Ablegung der Radfahrprüfung die behördliche Bewilligung erhalten können. Voraussetzung für die Fahrradprüfung: entsprechendes Alter, geistige und körperliche Eignung zum Lenken von Fahrrädern und Kenntnisse über straßenpolizeiliche Vorschriften.

„Seit zwei Jahren gibt es ein neues Modell an den Volksschulen. Am Ende der dritten Klasse erarbeiten die Kinder fünf Wochen lang ein Fahrradprüfungsheft“, erklärt Klaus Schwärzler, Direktor an der Volksschule Dornbirn Schoren. Die Eltern sind ebenso mit einem Infoblatt eingebunden und angehalten in den Ferien die Verkehrsregeln und das Verhalten als Fahrradfahrer im Verkehr mit ihren Sprösslingen einzuüben und zu verfestigen. „Nach den Sommerferien werden die Fahrräder der Prüflinge vom ÖAMTC auf ihre Verkehrstauglichkeit überprüft. Dann erfolgt die schriftliche Prüfung und Ende September nehmen die Schülerinnen und Schüler an der praktischen Fahrradprüfung teil, die von der Polizei und der zuständigen Lehrperson abgenommen wird“, erklärt Schwärzler den Ablauf. „Im Anschluss gibt’s für die Schüler meine obligatorische und eingehende Predigt zum Thema Straßenverkehr, bevor ich den Schülern, die bestanden haben, den Ausweis aushändige“, sagt der Direktor mit einem Augenzwinkern. „Wir fordern auch mehr Mitarbeit der Eltern, die erlernten Regeln in der Freizeit mit dem Fahrrad einzuüben.“

„Fängt zu Hause an“

Die jungen Radfahrer lernen nicht nur die Regeln des Straßenverkehrs kennen, wenn sie mit dem Fahrrad zur Schule fahren – sie werden selbstständiger, sie übernehmen Verantwortung, können Gefahren besser einschätzen und lernen wie man auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht nimmt. „Auf der Homepage des Österreichischen Jugendrotkreuz können unter der Rubrik Radfahrprüfung Unterrichtsmaterialien betreffend der Freiwilligen Radfahrprüfung bezogen werden, außerdem befindet sich dort auch eine Online-Lernplattform für die Kinder, wo sie Fragen durchspielen können“, informiert Christian Tschütscher zuständig für Verkehrserziehung der Landesverkehrsabteilung. „Verkehrserziehung eines Kindes fängt bereits zuhause an, das ist sozusagen ‚Hausübung‘ für die Eltern! Dies betrifft sowohl das Erlernen des Schulweges durch das Kind – Stichwort „Elterntaxi“, als auch das Erlernen des Radfahrens“, will er betont wissen, denn „immer öfter kommt es vor, dass Schüler in der 3. bzw. 4. Schulstufe das sichere Radfahren nicht beherrschen.“

Dazu gehöre auch, dass Eltern darauf achten, dass sie dem Kind ein altersgerechtes Fahrrad zur Verfügung stellen und auf die richtige Einstellung des Helmes achten. Für gute Sichtbarkeit im Straßenverkehr sorgen Beleuchtung am Fahrrad, helle Kleidung und reflektierende Materialien. VN-bem

Info: www.jugendrotkreuz.at/oesterreich/angebote/radfahrpruefung