Kurz-Sturz: So denkt Vorarlberg über die Regierungskrise

Vorarlberg / 28.05.2019 • 13:00 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Blum-Geschäftsführer Gerhard Blum fürchtet keine nachteiligen Folgen. VN/LERCH

Zum ersten Mal in der österreichischen Geschichte versagt der Nationalrat einer Regierung das Vertrauen. Was Vorarlberger dazu sagen.

Schwarzach Es sind Ereignisse, die Österreich nicht nur bewegen, sondern auch in die Geschichtsbücher eingehen werden. Nach dem Auftauchen des Strache-Videos und dem Aus der türkis-blauen Koalition hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen heute, Dienstag, das gesamte Kabinett Kurz seiner Funktionen enthoben.

Den Vorarlberger Nachrichten schildern Vorarlbergerinnen und Vorarlberger ihre Meinungen und Gefühle zu den aktuellen politischen Ereignissen.

Elmar Stüttler, 66, Tischlein deck dich: Was auch passiert, ich hoffe nur, dass sich die Vorgangsweise von dem früheren Innenminister Herbert Kickl, dieses harte Vorgehen gegen die arme Schicht, egal ob Ausländer oder Inländer, in Zukunft nicht mehr wiederholt. Das muss sich verändern. Das Misstrauensvotum an sich finde ich schade. Das ist nicht im Sinn der Österreicher. Ich denke, das wird sich auch im Wahlergebnis niederschlagen. Das musste nicht sein.  VN/Lerch
Elmar Stüttler, 66, Tischlein deck dich: Was auch passiert, ich hoffe nur, dass sich die Vorgangsweise von dem früheren Innenminister Herbert Kickl, dieses harte Vorgehen gegen die arme Schicht, egal ob Ausländer oder Inländer, in Zukunft nicht mehr wiederholt. Das muss sich verändern. Das Misstrauensvotum an sich finde ich schade. Das ist nicht im Sinn der Österreicher. Ich denke, das wird sich auch im Wahlergebnis niederschlagen. Das musste nicht sein. VN/Lerch
Luci Smith, 19, Bregenz: Ich sehe das als großes Problem, wenn der Bundeskanzler von Österreich sein Amt abgeben muss. Solche Ereignisse spalten das Land und es kommt zu vielen Streitereien. Leider ist es in anderen Ländern auch so, dass man versucht, die Mächtigen zu stürzen, aber das ist nicht immer richtig. Ich bin mir nicht sicher, wie ich selber über Herrn Kurz denken soll, aber ich höre nichts Gutes über ihn. Leider zählt heutzutage nichts außer Geld und Macht. VN/Paulitsch
Luci Smith, 19, Bregenz: Ich sehe das als großes Problem, wenn der Bundeskanzler von Österreich sein Amt abgeben muss. Solche Ereignisse spalten das Land und es kommt zu vielen Streitereien. Leider ist es in anderen Ländern auch so, dass man versucht, die Mächtigen zu stürzen, aber das ist nicht immer richtig. Ich bin mir nicht sicher, wie ich selber über Herrn Kurz denken soll, aber ich höre nichts Gutes über ihn. Leider zählt heutzutage nichts außer Geld und Macht. VN/Paulitsch
 Gerhard Blum,Geschäftsführer Julius Blum GmbH: Ich befürchte keine nachteiligen Folgen für unser Land durch den Misstrauensantrag und die Abwahl des Bundeskanzlers. Ehrlich gesagt habe ich keine Angst, ich sehe das auch nicht als große Krise für unser Land. Drei Monate sind nicht so lange. Da wird man keine großen Vorhaben mehr beschließen und im September wird eine neue Regierung gewählt. Das werden wir gut überstehen. VN/Lerch
Gerhard Blum,Geschäftsführer Julius Blum GmbH: Ich befürchte keine nachteiligen Folgen für unser Land durch den Misstrauensantrag und die Abwahl des Bundeskanzlers. Ehrlich gesagt habe ich keine Angst, ich sehe das auch nicht als große Krise für unser Land. Drei Monate sind nicht so lange. Da wird man keine großen Vorhaben mehr beschließen und im September wird eine neue Regierung gewählt. Das werden wir gut überstehen. VN/Lerch
Manuela Clari, 52, Bregenz:  Ich finde es sehr schlimm, dass Sebastian Kurz nicht mehr unser Bundeskanzler ist. Ich bin ein großer Fan und sehr fasziniert von ihm, er ist jung und er hat Rückgrat. Ich will keinen anderen Bundeskanzler oder eine Regierung, bestehend aus Experten. VN/Paulitsch
Manuela Clari, 52, Bregenz: Ich finde es sehr schlimm, dass Sebastian Kurz nicht mehr unser Bundeskanzler ist. Ich bin ein großer Fan und sehr fasziniert von ihm, er ist jung und er hat Rückgrat. Ich will keinen anderen Bundeskanzler oder eine Regierung, bestehend aus Experten. VN/Paulitsch
Hubert Bertsch, Geschäftsführer Bertsch Holding GmbH: Die Chancen auf große Reformen sind durch die Vorkommnisse der letzten Zeit und die nunmehrige Abwahl der Bundesregierung derzeit gleich null, das ist auf längere Zeit abgehakt. Das Wichtigste ist, dass rasch eine Regierung steht, doch ich befürchte, dass auch die Verhandlungen nach der Wahl im September länger andauern und wir vor einem Investitions- und Innovationsvakuum stehen, in einer Zeit, in der es wichtig wäre, den Standort zu stärken.  Bischof
Hubert Bertsch, Geschäftsführer Bertsch Holding GmbH: Die Chancen auf große Reformen sind durch die Vorkommnisse der letzten Zeit und die nunmehrige Abwahl der Bundesregierung derzeit gleich null, das ist auf längere Zeit abgehakt. Das Wichtigste ist, dass rasch eine Regierung steht, doch ich befürchte, dass auch die Verhandlungen nach der Wahl im September länger andauern und wir vor einem Investitions- und Innovationsvakuum stehen, in einer Zeit, in der es wichtig wäre, den Standort zu stärken. Bischof
Carolyn Amann, 32, Schriftstellerin: Ich sehe dies als klare Absage an intransparente Parteienfinanzierung, Message Control und eine Politik, die mit der Brechstange Gesetze erlassen hat, ohne auf Einwände und Meinungen von Expertinnen und Experten einzugehen. Es braucht eine inhaltliche Kommunikation, die sich weniger an Beliebtheitsskalen misst, sondern über die Parteigrenzen hinweg einen Diskussionsraum eröffnet, wozu das Parlament nun die Gelegenheit hat. VN/Lerch
Carolyn Amann, 32, Schriftstellerin: Ich sehe dies als klare Absage an intransparente Parteienfinanzierung, Message Control und eine Politik, die mit der Brechstange Gesetze erlassen hat, ohne auf Einwände und Meinungen von Expertinnen und Experten einzugehen. Es braucht eine inhaltliche Kommunikation, die sich weniger an Beliebtheitsskalen misst, sondern über die Parteigrenzen hinweg einen Diskussionsraum eröffnet, wozu das Parlament nun die Gelegenheit hat. VN/Lerch
 Hubert Rhomberg, Geschäftsführer Rhomberg Bau Holding GmbH:  Es ist eine interessante Phase für unsere Republik, aber ich sehe darin nicht nur Probleme, sondern auch eine Chance für Österreich. Auch bei einem freien Spiel der politischen Kräfte in den Monaten bis zu den Wahlen könnte man ja einige der vorbereiteten Entscheidungen der bisherigen Regierung umsetzen, wenn sie Mehrheiten finden. Für den Standort Österreich ist es wichtig, dass man möglichst schnell wieder eine handlungsfähige Regierung hat, denn die Herausforderungen sind groß. Es wäre meiner Meinung nach sinnvoll, wenn auch Themen wie der Klimawandel im neuen Regierungsprogramm Niederschlag finden.   Rhomberg Bau
Hubert Rhomberg, Geschäftsführer Rhomberg Bau Holding GmbH: Es ist eine interessante Phase für unsere Republik, aber ich sehe darin nicht nur Probleme, sondern auch eine Chance für Österreich. Auch bei einem freien Spiel der politischen Kräfte in den Monaten bis zu den Wahlen könnte man ja einige der vorbereiteten Entscheidungen der bisherigen Regierung umsetzen, wenn sie Mehrheiten finden. Für den Standort Österreich ist es wichtig, dass man möglichst schnell wieder eine handlungsfähige Regierung hat, denn die Herausforderungen sind groß. Es wäre meiner Meinung nach sinnvoll, wenn auch Themen wie der Klimawandel im neuen Regierungsprogramm Niederschlag finden. Rhomberg Bau
Alex Sutter, 46, Musikerin: Diese gesamte Tragödie auf höchster Ebene ist untragbar. Es wäre Sachpolitik gefragt und weniger wahlwerbende, mit dem Finger auf andere zeigende Farbenpolitik. Ich fürchte mich vor den kommenden Wahlen. Denn die werden vermutlich zu einer bitteren Schlammschlacht ausarten. Und wieder werden Zeit, Energie und vor allem unzählige Millionen Euro versenkt.  Klocker
Alex Sutter, 46, Musikerin: Diese gesamte Tragödie auf höchster Ebene ist untragbar. Es wäre Sachpolitik gefragt und weniger wahlwerbende, mit dem Finger auf andere zeigende Farbenpolitik. Ich fürchte mich vor den kommenden Wahlen. Denn die werden vermutlich zu einer bitteren Schlammschlacht ausarten. Und wieder werden Zeit, Energie und vor allem unzählige Millionen Euro versenkt. Klocker
Helmut King, 68, Künstler: Ich begrüße die Absetzung von Bundeskanzler Sebastian Kurz und seiner Regierung durch das Parlament. So kann es nicht mehr weitergehen. Von da her war der Misstrauensantrag aus meiner Sicht verständlich. Kurz hat die längste Zeit gegen die FPÖ nichts gemacht. Natürlich ist die Situation jetzt keine einfache. Aber jetzt ist Bundespräsident Van der Bellen gefordert. Es muss nun schnell eine andere Regierung her. Aber Van der Bellen ist ein besonnener Mann, und er wird sicher die richtigen Schritte setzen. VN/Hartinger
Erwin Reis, 69, OK-Chef Gymnaestrada: Was da gerade passiert ist, wirft ein sehr schlechtes Bild auf unser Land. Dass man eine politisch schwierige Situation so ausnutzt und dadurch Instabilität hervorruft, ist mir nicht erklärlich. Es braucht wieder mehr Zusammenarbeit. Es kann doch nicht sein, dass man derart gegeneinander arbeitet. Diese Situation ist niemandem zuträglich. Gut, dass wir einen besonnenen Bundespräsidenten haben. Der ist jetzt gefordert und muss für handlungsfähige Regierungsebenen sorgen. VN/Hartinger
Erwin Reis, 69, OK-Chef Gymnaestrada: Was da gerade passiert ist, wirft ein sehr schlechtes Bild auf unser Land. Dass man eine politisch schwierige Situation so ausnutzt und dadurch Instabilität hervorruft, ist mir nicht erklärlich. Es braucht wieder mehr Zusammenarbeit. Es kann doch nicht sein, dass man derart gegeneinander arbeitet. Diese Situation ist niemandem zuträglich. Gut, dass wir einen besonnenen Bundespräsidenten haben. Der ist jetzt gefordert und muss für handlungsfähige Regierungsebenen sorgen. VN/Hartinger
Hubert Dragaschnig, 60, Theatermacher:  Ich hoffe, dass die Situation dazu benützt werden kann, sich von nationalen Strömungen und chauvinistischen Sümpfen zu verabschieden und dass eine, sich der globalen Verantwortung bewusste, gegenüber den Menschen und unseren Ressourcen respektvolle und solidarische Politik die Mehrheit in unserem Land bekommen wird.  VN/Paulitsch
Hubert Dragaschnig, 60, Theatermacher: Ich hoffe, dass die Situation dazu benützt werden kann, sich von nationalen Strömungen und chauvinistischen Sümpfen zu verabschieden und dass eine, sich der globalen Verantwortung bewusste, gegenüber den Menschen und unseren Ressourcen respektvolle und solidarische Politik die Mehrheit in unserem Land bekommen wird. VN/Paulitsch