Firstfeier an der Volksschule Haselstauden

Vorarlberg / 30.05.2019 • 16:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Rohbau steht an der VS Haselstauden.
Der Rohbau steht an der VS Haselstauden.

Neue Schule soll moderne Architektur und Pädagogik verbinden.

Dornbirn Die neue Schule für die Haselstauder Kinder nimmt zunehmend Form an. Nach dem Spatenstich vor rund um einem Jahr erfolgte jetzt die Firstfeier. „Die neue Volksschule wird ein Vorzeigeprojekt und eine Bereicherung für den ganzen Bezirk. Bei Bauzeit und Kosten liegen wir derzeit im Plan. Rund 14,5 Millionen Euro werden von der Stadt Dornbirn in diese wichtige Bildungseinrichtung investiert“, sagte die Dornbirner Bürgermeisterin Andrea Kaufmann bei der Firstfeier. Es ist der erste Schulneubau in Dornbirn, für den im Vorfeld ein „Pädagogisches Raumfunktionsbuch“ von Vertretern der Schule und der Stadt gemeinsam erarbeitet wurde. Eine Vorarbeit, die auch die Architektin Hemma Fasch lobend erwähnte. „Hier kann ein Ort entstehen für eine Lebenswelt, die schützend und animierend wirkt und offen ist für die Freiheit des Geistes“, so die Architektin, die extra aus Wien angereist war.

Individuelle Planarbeit

Auch seitens der Pädagogen ist die Vorfreude auf die neue Schule groß. Am pädagogischen Konzept haben sie mit Unterstützung von Karin Doberer und Jörg Kindler von der LernLandSchaft maßgeblich mitgewirkt. Eckpfeiler ist das „Individuelle Lernen mit System“, ein praxisorientiertes Jahreskonzept, entwickelt an der Astrid-Lindgren-Schule in Monheim am Rhein. „Wir haben uns diese moderne Pädagogik vor Ort angeschaut und die Arbeitspläne für unseren Standort adaptiert und angepasst. In allen Klassen arbeiten die Kinder bereits jetzt täglich zwei Stunden nach diesem System, das auf Individualisierung, Eigenverantwortung und (Selbst)-Reflexion basiert“, erzählt der Haselstauder Volksschuldirektor Jürgen Sprickler. Die neue Schule wird die idealen räumlichen Voraussetzungen für die moderne Pädagogik bieten.

Großzügige Lernlandschaft

Herzstück der neuen Volksschule Haselstauden bildet eine großzügige Lernlandschaft über zwei Ebenen. Die kleinste Einheit bildet das Cluster. Vier Klassen von der ersten bis vierten Stufe gruppieren sich um einen zentralen „Marktplatz“. So soll eine kommunikative Atmosphäre entstehen, die jahrgangsgemischte Zusammenarbeit ermöglicht. Wie eine Wohneinheit hat jedes Cluster eine eigene Garderobe, eigene Sanitäranlagen und einen regengeschützten Freiraum. Auf jedem Marktplatz wird es eine Forscher­ecke geben, entwickelt aus dem jetzigen Lernlabor, wo Themen aus dem kindlichen Erfahrungsbereich altersadäquat aufbereitet werden.

Der Firstbaum wird am Schuldach aufgestellt.
Der Firstbaum wird am Schuldach aufgestellt.

Auch eine Präsentationsecke mit Leinwand und Beamer ist vorgesehen, genauso wie PC-Recherchierplätze. „Digitale Bildung ist ein großes Thema, zu dem wir kürzlich eine schulinterne Fortbildung besucht haben. Ein großer Wunsch von uns wäre ein Tablet-Koffer in Klassenstärke“, verrät der Schulleiter.

Wermutstropfen Turnhalle

Während man sich in der Ausweichschule in verschiedenen Arbeitsgruppen bereits auf den Umzug in die neue Schule vorbereitet, geht es auf der Baustelle an den Innenausbau. Noch nicht endgültig geklärt ist, wie es mit der aufgrund von Wasserschäden sanierungsbedürftigen Turnhalle weitergeht. Im ursprünglichen Plan war kein Neubau vorgesehen – jetzt scheint doch alles auf eine neue Turnhalle hinauszulaufen. „Die Probleme waren jahrzehntelang bekannt. Schade, dass der Turnhallenneubau nicht gleich mitgeplant wurde und wir jetzt doch wieder ein paar Jahre ohne Turnhalle, dafür mit großer Baustelle auskommen müssen. Dies ist aber auch der einzige Wermutstropfen bei der Vorfreude auf unsere wunderbare neue Schule“, betont Jürgen Sprickler. lcf

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