Senegal war für Natalie und Markus Moosmann eine Achterbahn der Gefühle

Vorarlberg / 30.05.2019 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Senegal war für Natalie und Markus Moosmann eine  Achterbahn der Gefühle
Gruppenfoto vor der Schule in MBalling. LEPRAHILFE

Natalie und Markus Moosmann aus Dornbirn halfen mit Freiwilligen in Leprakolonie MBalling.

Dornbirn „Es gibt so viele verschiedene Erlebnisse, die mich tief berührten, aber etwas, das noch ganz tief in mir nachklingt, ist die Lebensfreude der Menschen in MBalling, obwohl sie in Verhältnissen leben, die wir uns nicht einmal vorstellen können“, meinte Petra S. nach ihrer Rückkehr aus dem Senegal. Sie ist eine von fünf Vorarlbergern, die Natalie und Markus Moosmann auf eigene Kosten bei ihrer Projektreise nach Senegal begleitet haben. Zweimal im Jahr reisen die Obleute der Vereine „Wissen macht Stark“ und „Leprahilfe Senegal“ in das westafrikanische Land, leisten Hilfe vor Ort und planen weitere Maßnahmen.

„Wissen macht Stark“ fördert die Bildung von Kindern und Jugendlichen in MBalling, Natalie Moosmann hat das Projekt vor zehn Jahren ins Leben gerufen. Durch Schulpatenschaften können die Jugendlichen weiterführende Schulen besuchen. „In den zwei Wochen in Senegal, konnten wir dank der sofortigen Patenschaft-Zusagen über Facebook wieder acht neue Kinder in unser Schulförderprogramm aufnehmen“, freut sich Moosmann. Mittlerweile hat der Verein mithilfe von Spenden im Dorf vier Schulen gebaut und rund 900 Schulplätze geschaffen. Derzeit wird ein öffentlicher Kindergarten mit neun Klassen errichtet. Natalie Moosmann informierte sich vor Ort über den Fortschritt der Bauarbeiten, die kurz vor dem Abschluss stehen. Jetzt geht es an die Innenausstattung.

Hilfe in Notsituationen

Neben der Förderung der Bildung werden auch Familien in Notsituationen durch Sofortmaßnahmen wie Mutter-Kind-Pakete für Neugeborene vor Ort unterstützt. Während ihrer Senegalreise standen für die Teilnehmer zahlreiche Hausbesuche auf dem Programm. Dabei wurden Lebensmittelpakete sowie mitgebrachte Kleidung an die Familien verteilt, Arztkosten wurden übernommen und notwendige Hausreparaturen in die Wege geleitet.„Wir erlebten eine Achterbahn der Gefühle. Berührt hat uns am allermeisten die Armut, mit der die Familien leben müssen. Zugleich aber auch die Dankbarkeit der einzelnen Familien“, zeigte sich Senegal-Helferin Heidi beeindruckt.

Noch länger als „Wissen macht Stark“, nämlich schon seit den 1980er-Jahren ist die „Leprahilfe Senegal“, die seit Herbst von Markus Moosmann als Obmann geführt wird, in MBalling tätig. MBalling wurde in den 50er-Jahren von der senegalesischen Regierung als Leprakolonie gegründet. Derzeit gibt es hier circa 60 Leprazimmer. „Da die leprösen Menschen aufgrund körperlichen Beeinträchtigungen nicht in der Lage sind, ihre Räume zu säubern, sind die meisten davon in sehr schlechtem Zustand. Jedes Jahr versuchen wir mindestens vier Zimmer zu renovieren“, berichtet er. Mittels Patenschaften werden Familien monatlich mit 25 Euro unterstützt. Rund 140 Schwerstbehinderte werden täglich mit einer warmen Mahlzeit versorgt.

Nach intensiven zwei Wochen ging es für die Vorarlberger wieder zurück ins Ländle. Weitere Infos unter www.wissen-macht-stark.org und unter www.leprahilfe.org. lcf

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