Illwerke-Siedlung in Gantschier wird revitalisiert

Vorarlberg / 31.05.2019 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Neun der bestehenden Häuser der Siedlung Kaltenbrunnen bleiben im Sinne des Ensembleschutzes erhalten. VN/JS

Großprojekt Siedlung Kaltenbrunnen nimmt konkrete Formen an. Baustart des rund 50-Millionen-Euro-Projekts im kommenden Jahr geplant.

Batholomäberg, Schruns Die Illwerke-Siedlung in Kaltenbrunnen ist in die Jahre gekommen. Die 26 Wohnhäuser stammen aus den 1950er-Jahren und entsprechen schon lange nicht mehr den bautechnischen sowie energetischen Ansprüchen von heute. Die Bewirtschaftung bzw. Sanierung der Siedlung, die teilweise unter Ensembleschutz steht, erwies sich als nicht rentabel, weshalb man seitens des Energieunternehmens die Reißleine zog.

Seit knapp drei Jahren laufen Gespräche und Bedarfserhebungen mit den Kommunen Schruns und Bartholomäberg, auf deren Gemeindegebiet die Siedlung Kaltenbrunnen steht. Zudem holte man sich mit der Vogewosi und der Wohnbauselbsthilfe zwei kompetente Partner ins Boot. Mit dem Ziel, leistbaren Wohnraum zu schaffen, wurde ein Konzept ausgearbeitet, das neben dem Bau von Betriebswohnungen auch die Schaffung von Miet- bzw. Mietkaufwohnungen vorsieht. „Neben einer Nachverdichtung mit hoher Qualität galt unser Augenmerk auch einer guten sozialen Durchmischung“, informiert Illwerke-Projektleiter Harald Feldkircher.

40.000 Quadratmeter

Die zur Verfügung stehende Gesamtfläche von rund 40.000 Quadratmetern wird in drei Einheiten aufgeteilt. Im nordwestlichen Teil der Siedung bleiben neun Gebäude im Sinne des Ensembleschutzes bestehen. „Diese werden fortlaufend saniert“, informiert Harald Feldkircher. Die knapp 7000 Quadratmeter große Fläche östlich der Rodundstraße soll mittelfristig erhalten bleiben und in weiterer Folge einer gewerblichen Nutzung zugeführt werden. Die verbleibenden knapp 21.000 Quadratmeter stehen für die Bebauung mit neuen Gebäudekomplexen zur Verfügung.

Im Zuge eines im Vorjahr ausgeschriebenen Architekturwettbewerbs ging die Arge Stemmer/Schmoelz als Sieger hervor. Deren Entwurf sieht den Ersatz von 14 Bestandsgebäuden durch 13 bis 14 Neubauten in verdichteter Bauweise vor (siehe Grafik). „Es sieht beinahe so aus, als wäre die Siedlung groß geworden“, beschreibt Feldkircher das Siegerprojekt.

Die Projektumsetzung erfolgt auf Basis eines Gesamtbebauungsplans bedarfsorientiert.

Harald Feldkircher
Illwerke-Projektleiter

Die Umsetzung erfolgt auf Basis eines Gesamtbebauungsplans bedarfsorientiert, in mehreren Bauetappen und in Abstimmung mit den beiden Gemeinden Bartholomäberg und Schruns. Insgesamt ist die Errichtung von 180 bis 190 Wohneinheiten geplant, verteilt auf drei Baufelder. Das bestehende Feuerwehrhaus Gantschier kann erhalten bleiben bzw. soll es im Bedarfsfall in das Neubaukonzept integriert werden.

Baustart 2020

In einer ersten Bauetappe, die im kommenden Jahr starten soll, werden vorerst fünf Neubauten entstehen. Die derzeit noch in der Siedlung lebenden Bewohner – rund die Hälfte der 60 bestehenden Wohnungen ist derzeit belegt – werden für die Dauer der Baumaßnahmen umquartiert. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf knapp 50 Millionen Euro.