Instanzen und streitbare Pfarrer

Vorarlberg / 31.05.2019 • 18:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Rankweils Pfarrer Blum (r.) übt Kritik an diözesaner Pressestelle seines Bischofs Benno Elbs.
Rankweils Pfarrer Blum (r.) übt Kritik an diözesaner Pressestelle seines Bischofs Benno Elbs.

Unbeugsam Alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen will Thomas Krobath (40) als Betreiber des Nachtklubs Vabrik in Röthis. Weil es im Umfeld der Disco laut Polizei zu einer Häufung strafrechtlich relevanter Delikte gekommen ist, hatte der Gemeindevorstand mit Bürgermeister Roman Kopf (59 )ab April 2019 eine Kürzung der Sperrstunde angeordnet. Krobath, der vor Jahren als Landtagskandidat für die Schwarzen von LH Markus Wallner (51, VP) im Gespräch war, denkt aber nicht daran, sein Lokal früher zuzusperren. Der streitbare Gastronom lässt sich vom Bregenzer Anwalt Stefan Harg (43) vertreten, legte Berufung ein und lässt Nachtschwärmer weiterhin bis in die Morgenstunden feiern. Jetzt muss der Gemeindechef Fakten nachliefern und die Verordnung von der Gemeindevertretung absegnen lassen. In Röthis geht man davon aus, dass Krobath den Instanzenweg beschreiten und in der Folge abermals Beschwerde einlegen wird. Dann wäre das Landesverwaltungsgericht am Ball. Und sollte Krobath dort abblitzen, könnte er theoretisch sogar Höchstgerichte anrufen.

Haussegen Der kirchliche Haussegen zwischen der Pfarre Rankweil und der Diözese Feldkirch mit Bischof Benno Elbs (58) hängt schief. Und zwar so schief, dass sich Pfarrer Wilfried Blum (69) im Rankweiler Pfarrblatt gezwungen sieht, Dampf abzulassen. Der Grund: Seit geraumer Zeit wird an einem neuen Raumkonzept für die Kirche St. Josef gearbeitet. 2016 gab es konkrete Pläne, die von der Diözese jedoch abgelehnt wurden. Wenn schon kein Segen von oben, dann doch wenigstens von der Basis, dachte sich Blum und führte eine Volksbefragung durch. Schon vor der Befragung betonte Blum („Das ist so, ob es einem gefällt oder nicht“), dass das letzte Wort die Diözese hat. Fehlende Unterstützung durch die Diözese war es dann, die den Pfarrer zu einem bissigen Kommentar im Pfarrblatt hinreißen ließ: „Medial im Stich gelassen hat uns die eigene diözesane Pressestelle. Schade, aber wahr.“

Huldigung „Dieter, du bist ein toller Mann, den man nur gerne haben kann. Fiderallala, Fiderallala.“ So heißt ein Vers im „Bürgermeisterlied“, das dem Hohenemser Bürgermeister Dieter Egger (50, FP) beim Besuch einer Kindergruppe in seiner Stadt entgegenschallte. Egger zeigte sich angesichts eines Ibiza-Videos, dessen Inhalt seine (einstigen) Parteifreunde um ihre politischen Ämter brachte, gerührt und postete in sozialen Medien: „Lichtblick! In den letzten Tagen konnte man sich für die österreichische Politik nur schämen. Es geht nur noch darum den politischen Mitbewerber zu zerstören, seine eigene Macht auszubauen und sich gegenseitig anzuschütten. Das ärgert, enttäuscht, zermürbt.“

„Ich befürchte keine nachteiligen Folgen für unser Land durch die Abwahl des Kanzlers.“
              Gerhard Blum, Firmenchef
            zu den jüngsten Ereignissen im Nationalrat im Gespräch mit den VN

„Ich befürchte keine nachteiligen Folgen für unser Land durch die Abwahl des Kanzlers.“

Gerhard Blum, Firmenchef

zu den jüngsten Ereignissen im Nationalrat im Gespräch mit den VN

„Es reicht nicht, nur dann mit den anderen zu reden, wenn man sie braucht. Das rächt sich.“
              Alexander Van der Bellen
            Bundepräsident appelliert an Politiker, einen tragfähigen Dialog zu finden

„Es reicht nicht, nur dann mit den anderen zu reden, wenn man sie braucht. Das rächt sich.“

Alexander Van der Bellen

Bundepräsident appelliert an Politiker, einen tragfähigen Dialog zu finden

„Das ist nicht irgendein Notfall, sondern die größte Krise, die die Menschheit jemals gesehen hat.“
              Greta Thunberg, Aktivistin
            über die Klimakrise und das Bedrohungsszenario

„Das ist nicht irgendein Notfall, sondern die größte Krise, die die Menschheit jemals gesehen hat.“

Greta Thunberg, Aktivistin

über die Klimakrise und das Bedrohungsszenario