Fahrradfahren und Öffis lassen sich geschickt kombinieren

Vorarlberg / 01.06.2019 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In Rankweil gibt es bereits moderne Abstellmöglichkeiten.


Fahrradfreundliches Vorarlberg. Radfahren und öffentlicher Verkehr (3/5). Für den Weg zur Arbeit entscheiden sich immer mehr Vorarlberger für das Rad.

Bettina Maier-Ortner

Rankweil Vorarlberg ist in vielen Bereichen Spitzenreiter – so ist beim Fahrradfahren das Ländle im österreichischen Bundesländervergleich das Fahrradland Nummer 1. Bereits 16 Prozent ihrer Alltagswege legen Vorarlbergerinnen und Vorarlberger mit dem Fahrrad zurück und lassen das Auto zu Hause stehen. Erklärtes Ziel der Vorarlberger Landesregierung ist es, diesen Anteil auf 21 Prozent zu steigern.

Verena Seethaler-Steidl ist für die Smart Mobility des Vorarlberger Verkehrsverbundes im Einsatz und weiß, dass der wichtigste Baustein in der Kombination von Fahrrad & öffentlicher Verkehr attraktive Abstellanlagen sind. „Daher wird darauf ein großer Fokus gelegt. So findet im Jahr 2019 im Bereich der offenen Fahrradabstellanlagen die Qualitätsoffensive statt, bei der rund 300 Fahrradstellplätze an zehn Vorarlberger Bahnhöfen durch moderne, sichere, komfortable Fahrradabstellanlagen ersetzt werden.“ Durch neue doppelstöckige Anlagen soll das sichere Abstellen des Fahrrads am Bahnhof deutlich komfortabler werden. „Eine leichte Handhabung mittels Gasdruckfeder und Optimierung der Schiene ist entscheidend. Die neue Schiene gelangt bis zum Boden; daher muss das Fahrrad nicht mehr angehoben werden, um es zu verstauen. Außerdem wurde die Schienenlänge optimiert, sodass auch größere Fahrräder Platz finden“, informiert Seethaler-Seidl.

Bei geschlossenen Fahrradabstellanlagen kann die Mobilitätsexpertin für alle Pendler eine Neuerung vermelden: „Ein neues Modell an Fahrradboxen wird erstmals an den modernen Bahnhöfen in Lauterach, Lustenau, Hohenems und Rankweil ab Herbst 2019 zur Anwendung kommen. Es ist ein komfortables System, das auch mit einer E-Bike-Lademöglichkeit ausgestattet ist.“

Geschlossene Boxen

Die Boxen werden, so die Expertin, ideal für das Abstellen von hochwertigen Rädern sein und Platz zum Verstauen von Radhelm, Regenmantel etc. bieten. „Die Öffnung kann auch mittels Jahreskarte erfolgen.“ Zur bei Pendlern beliebten „Jahresbox“ gibt es nun „Spontanboxen“ für die kurzzeitige Mietdauer von z.B. einen Tag. Schrittweise sollen modernisierte Bahnhöfe mit dem neuen Boxenmodell ausgestattet werden. Auch wird es mit einer erstmaligen Beteiligung der ÖBB eine Vereinheitlichung geben; der Betrieb soll landesweit durch den VVV erfolgen. „Die ersten vier Bahnhöfe werden mit bis zu 60 Boxen ausgestattet“, vermeldet sie. Zur VVV-Faltradförderaktion kann sie eine positive Bilanz ziehen: „Die Aktion ist Ende März erfolgreich ausgelaufen. 39 Personen haben ein Faltrad angeschafft und die Förderung in Form eines VVV-Gutscheins erhalten. Bei einem durchschnittlichen Pendlerjahr fallen immerhin 15.000 und mehr Pkw-Fahrten dadurch weg“, rechnet die Expertin.

Durch die neuen Züge des ÖBB Cityjet Talent 3 wird für Pendler deutlich mehr Kapazität für die Fahrradmitnahme geschaffen. Ein neues Fahrradabteil bietet Platz für bis zu 42 Fahrräder. „Freizeitradler, die mit dem öffentlichen Verkehr kombinieren wollen, profitieren ebenfalls von den neuen Angeboten, und die Buslinie „R1“ wird ebenfalls weitergeführt.“

Ein weiterer Schwerpunkt der Smart Mobility ist für Herbst 2019/2020 geplant. Das Kombinieren von Fahrrad, Carsharing, Bus und Bahn soll attraktiver und durch eine neue Kombination mit der Jahreskarte das Öffnen der Boxen, Caruso etc. vereinfacht werden.