25 Jahre ÖAV-Landeswegwart

02.06.2019 • 15:13 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bruno Fink: „Ma wird nia fertig.“ 
              
              Christoph Feuerstein

Bruno Fink: „Ma wird nia fertig.“

Christoph Feuerstein

Fink starb im 92. Lebensjahr – Beteiligung am Vorarlberger Wanderwegekonzept– Autor von VN-Wandertipps.

Ernest Enzelsberger

LUDESCH Nach einem langen und erfüllten Leben starb am 17. Mai 2019 Bruno Fink. Über 25 Jahre hinweg hat er als Landeswegwart den Alpenverein Vorarlberg tatkräftig unterstützt. In dieser Funktion war er maßgeblich an der flächendeckenden Realisierung des Vorarlberger Wanderwegekonzepts beteiligt.

An sich wäre es schon respektabel genug gewesen, seine Lebensaufgabe als Sektionswegewart des Alpenvereins abzuschließen. Doch beim Übertritt in den Ruhestand warteten noch weitere Aufgaben auf ihn. Zunächst wurde er für die Vorarlberger Nachrichten Verfasser von Wandertipps, aus denen zwei Wanderbücher hervorgingen. Bald war er auf Landesebene ein gesuchter Experte für die gründliche Erneuerung des gesamten Vorarlberger Wanderwegenetzes.

Als die Vorarlberger Landesregierung 1995 dafür ein eigenes Konzept, das erste dieser Art in Österreich beschlossen hatte, übernahm Fink für die Realisierung die Rolle des erfahrenen Lehrmeisters. Was er dabei Hunderten örtlichen Wegebetreuern als neue Art des Markierens beigebracht hat, gilt heute als beispielgebend.

Mit 17 zum Fronteinsatz

Bruno Fink wurde am 10. September 1927 in Schönwies im Oberinntal geboren. Nach seiner Volks- und Hauptschulzeit kam er nach Vorarlberg und war in Bregenz als Geschäftsgehilfe tätig. Dann wurde der erst 17-Jährige zum Fronteinsatz nach Norddeutschland eingezogen, von dem er gesund heimkehrte.

1948 lernte er in Bregenz Dorle Isele kennen. Nach der Heirat 1954 wurde Bludenz für 16 Jahre zum Wohnort. Danach übersiedelten Finks mit Sohn Herbert und Tochter Renate nach Ludesch, wo sie ein Eigenheim errichteten.

Ehrenamtliche Mithilfe

Beruflich war Bruno in dieser Zeit als Handelsvertreter für die Kaffeerösterei Praxmarer und die Brauerei Fohrenburg tätig. Als Ausgleich brauchte er auch und vor allem die Berge. Im Alpenverein machte er mit vielen Bergfreunden Kameradschaftserfahrungen. Nebenbei durfte der Verein von seinem jungen Mitglied auch ehrenamtliche Mithilfe bei Wegverbesserungen und Markierungen erwarten. So sehr er sich mit Freude und Elan auf die vermehrten Anforderungen einließ, hatte er oft auch ein schlechtes Gewissen, wenn er viele Wochenenden als Wegmacher im Gebirge statt mit seiner Familie verbrachte. Auf diese Weise war er in manchen Jahren über 500 Stunden im Gelände.

Landeswegewart

Im Jahr 1971 übernahm Fink in der Nachfolge von Walther Flaig für die Sektion Vorarlberg die Rolle des Landeswegewarts. Er behielt diese Funktion durch 25 Jahre bis 1996 bei. Fink erkannte rasch, worauf es ankommt. Vorrangig setzte er überall dort an, wo er um ernst zu nehmende Gefahren wusste. Beim Markieren hatte er ein besonderes Gespür für das richtige Platzieren der Anstriche und eine sichere Hand beim Malen. Er hatte den Ehrgeiz, die Vorarlberger Alpenvereinswege zu einem Vorzeigebeispiel zu entwickeln und seine Erfahrungen bei der Erneuerung der Wanderwege waren je länger, je mehr, im ganzen Land gefragt. Aus gesundheitlichen Gründen sah er sich aber gedrängt, die Aufgaben eines Sektionswegewartes abzugeben. Dem Alpenverein blieb er auch weiterhin mit Rat und Tat verbunden. Sein Rat blieb vor allem bei schwierigeren Aufgaben gefragt. Nach seiner Pensionierung erkundete Bruno Fink weniger hochalpine und ihm teilweise noch unbekannte Wandermöglichkeiten. Da er wusste, wie sehr sich die eigene Wanderlust mit einem Nutzen für andere verbinden lässt, schrieb er für die VN ab Herbst 1989 fast fünf Jahre lang eine Serie von Wandertipps. 1998 erschien unter dem Titel „Wandern in Vorarlberg“ eine erste Sammlung von 80 Ausflügen, die sich alle für kurzweilige Familienwanderungen eignen. 2004 erschienen, ebenfalls im Eugen-Ruß-Verlag, weitere 70 Wandertipps unter dem Titel „Wanderfreuden in Vorarlberg“.

Bruno Finks Wirken wurde mehrfach gewürdigt, u. a. mit dem Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg.

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