Gefährliche Drohung während Verhandlung

Vorarlberg / 02.06.2019 • 21:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Seine Aussagen am Landesgericht Feldkirch brachten einem 34-jährigen Iraker erneut eine Anklage ein. VN/GS
Seine Aussagen am Landesgericht Feldkirch brachten einem 34-jährigen Iraker erneut eine Anklage ein. VN/GS

Angeklagter drohte, seinem Widersacher den Kopf zu zertrümmern.

Feldkirch Er ist am Landesgericht Feldkirch kein Unbekannter. Im Gegenteil. Der Eindruck, den der 34-jährige Iraker hinterließ, war bleibend. Und das dürfte damals auch beabsichtigt gewesen sein, um die bei einer Verhandlung im August 2018 Anwesenden entsprechend einzuschüchtern. „Ich werde ihm den Kopf zertrümmern und die Zunge abschneiden“, ließ der auffallend gekleidete Mann damals vom Dolmetscher übersetzen. Deshalb hat er sich nun für das Vergehen der gefährlichen Drohung am Landesgericht Feldkirch zu verantworten. Nur davon will der werdende Vater, dem seine Frau engagiert zur Seite stand, nichts mehr wissen.

„Nur eine Metapher“

„Das war eine Metapher“, rechtfertigte er sich und lenkte auf die Blumigkeit der arabischen Sprache. Er habe das ganz anders gesagt. „Und wie?“ wollte Richter Michael Fruhmann jetzt konkret wissen. „Ich werde zur Polizei gehen und die Polizei werde ihm den Kopf zertrümmern und die Zunge herausschneiden“, erklärte der in einer Bäckerei arbeitende Angeklagte.Zur Klarstellung eröffnete der Richter das Beweisverfahren. „Sie sind heute zur Abwechslung als Zeuge vor Gericht“, erklärte Fruhmann dem Dolmetscher und wollte wissen, ob auch eine andere Interpretation der gefährlichen Drohung möglich wäre. „Nein“, antwortete der Zeuge, „ich habe wortwörtlich übersetzt, was der Angeklagte mir aufgetragen hat.“ Es sei nicht so schwierig, einen einzigen kurzen Satz zu übersetzen.

Da die Aussage nichts zur Entlastung seines Mandanten beitrug, beantragte der Verteidiger die Einvernahme von Martin Mitteregger, dem Richter jener Verhandlung im August. Nachdem die Staatsanwältin sich dagegen aussprach, ging es zur Urteilsverkündung. „Ich habe keinen Zweifel an dem, was der Dolmetscher als Zeuge ausgesagt hat“, erklärte Richter Fruhmann und dass er das Gerede von der Polizei für eine bloße Schutzbehauptung hielt. „Zweifelsfrei ist es als gefährliche Drohung zu klassifizieren.“ Und obwohl der Verteidiger einen Freispruch beantragte, wurde der Iraker schuldig gesprochen. Er fasste 180 Tagsätze zu sieben Euro, also 1280 Euro oder 90 Tage Ersatzfreiheitsstrafe aus, dazu noch eine Probezeit von drei Jahren. Da nutzte auch das Flehen seiner schwangeren Frau nichts. CRO

„Ich habe keinen Zweifel an dem, was der Dolmetscher als Zeuge ausgesagt hat.“