Söhne Mannheims rockten den Dorfplatz in Sibratsgfäll

Vorarlberg / 02.06.2019 • 15:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Goatma unterhielt das Publikum bestens. VN/STEURE

Band spielte zugunsten kranker und benachteiligter Kinder auf.

Sibratsgfäll Wie viele Söhne da sind, konnte Rolf Stahlhofen ad hoc nicht sagen. „Zehn, elf?“, sinnierte der Frontmann der Söhne Mannheims fragend. Letztendlich rockten elf der insgesamt 16 Bandmitglieder am Samstagnachmittag den Dorfplatz in Sibratsgfäll. Mit einem zur mobilen Bühne umgebauten Truck waren die Musiker noch in der Nacht von einem Konzert in Frankfurt in den Bregenzerwald gefahren, um ein von den Brüdern Markus und August Dorner organisiertes Benefizfestival zu bereichern. Die rund 1500 Besucher brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Der „Straßenunterhaltungsdienst“, wie sich diese spezielle Ansammlung von Söhnen nennt, begeisterte mit unvergleichlichem Sound und unvergleichlichen Liedern. Mit dem Erlös werden kranke und benachteiligte Kinder von den Vereinen Stunde des Herzens sowie Hand in Hand unterstützt. Auch Geben für Leben profitiert.

Die Musik regte zum Tanzen an.
Die Musik regte zum Tanzen an.

Musik als Kitt

Die Söhne Mannheims in Sibratsgfäll? „Viele konnten das wirklich nicht glauben“, erzählt Markus Dorner. Doch alle, die Zeit hatten, kamen. „Joe Fritsche kann einen so charmant überreden“, sagt Rolf Stahlhofen und grinst. Dabei sind ihm solche Auftritte ein großes Anliegen. Er selbst betreibt eine Stiftung, die Brunnen in afrikanischen Ländern finanziert. „Wir stellen gerne unsere Kunst und unsere Zeit zur Verfügung“, bekräftigt Stahlhofen, der „Schnuffigalas“ ohnehin nicht mag. Ihm sind Benefizkonzerte, hinter denen eine funktionierende Gemeinschaft steht und bei denen es entspannt zugeht, lieber.

Auch für die Kinder gab es ein unterhaltsames Programm. VN/Steurer
Auch für die Kinder gab es ein unterhaltsames Programm. VN/Steurer

Zwischen 20 und 25 Mal ist die Multi-Kulti-Band als „Straßenunterhaltungsdienst“, dem „Guerilla-Arm der Söhne“, wie ihn Stahlhofen nennt, aktiv, meist bei Benefizveranstaltungen. Im kommenden Jahr feiert die Gruppe ihr 25-jähriges Bestehen. Musik ist der Kitt, der sie zusammenhält. Auf Xavier Naidoo reduziert sie schon lange niemand mehr. „Wir haben laufen gelernt“, meint Rolf Stahlhofen lapidar.

Rolf Stahlhofen und Bandkollegen legten sich mächtig ins Zeug. VN/Mohr
Rolf Stahlhofen und Bandkollegen legten sich mächtig ins Zeug. VN/Mohr

TV-Schwergewicht

Joe Fritsche, Obmann von Stunde des Herzens, mobilisierte auch Jumbo Schreiner. „Ich kenne Joe seit 15 Jahren, wenn er ruft, komme ich“, lässt das TV-Schwergewicht seine donnernde Stimme vernehmen. In Sibratsgfäll bringt Schreiner T-Shirts, Kappen und sein neues Kochbuch zugunsten der Kinder unters Volk. Er mag die Vorarlberger. „Sie sind so unverfälscht“, streut er ihnen Rosen. Die Leukämiehilfe hat sich ebenfalls auf dem Festgelände eingerichtet, viele Speicheltests im Gepäck. Katja Felder aus Egg ist die erste, die sich der Typisierung stellt. Sie habe sich schon einmal typisieren lassen, berichtet sie, doch die Daten wurden versehentlich gelöscht. „Jetzt nütze ich die Gelegenheit und lasse mich noch einmal typisieren. Weitere 84 Personen tun es ihr gleich. „Ein tolles Ergebnis“, schwärmt „Geben für Leben“-Obfrau Susanne Marosch. Bis in den späten Abend glich Sibratsgfäll einem Tollhaus. Falco Luneau trat ebenso auf wie die Bregenzerwälder Akustikband Goatama. Beinahe kein Ende kannten die Söhne Mannheims, die dem begeisterten Publikum so richtig einheizten.

TV-Schwergewicht Jumbo Schreiber im VN-Gespräch.
TV-Schwergewicht Jumbo Schreiber im VN-Gespräch.
Söhne Mannheims, die nach Sibratsgfäll kamen.
Söhne Mannheims, die nach Sibratsgfäll kamen.