Kälbertransporte sorgen für Krach zwischen Grünen und Schwarzen

03.06.2019 • 16:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bregenz „Anscheinend werden die rechtlichen Bestimmungen für die Kälbertransporte gerade noch eingehalten. Es ist jedoch nicht vertretbar, dass weiterhin Tiere in alle Himmelsrichtungen gekarrt werden“, bezieht Landwirtschaftssprecher Daniel Zadra (Grüne) Stellung zu den weiterhin stattfindenden Transporten. Von der Muttermilch noch nicht einmal entwöhnte männliche Kälber würden Richtung Süden transportiert, Kalbinnen sogar bis in Länder wie Usbekistan, Russland und die Türkei. „Wenn das eine Nebenerscheinung unseres Milchsystems ist, dann krankt es an der Wurzel.“ Die Grünen hätten mit ihrem Zehn-Punkte-Plan für Milch ohne Tiertransporte bereits vor Monaten zahlreiche Vorschläge zur Durchbrechung dieses Systems vorgelegt. Die Volkspartei, mit der die Grünen eine Regierung bilden, sieht dies völlig anders. „Leider stammen nur rund 60 Prozent des in Vorarlberg verkauften Fleisches von heimischen Bauern. Damit wird deutlich, dass ein beträchtlicher Teil aus dem Ausland importiert wird. Die Folge dieser Importe sind niedrige Marktpreise für Fleisch, weshalb viele Bauern gezwungen sind, ihre Tiere ins Ausland zu verkaufen, weil diese dort höhere Preise erzielen. Ein Stopp von Fleischimporten würde die Situation massiv entlasten“, weist Bernhard Feuerstein (VP) als Landwirtschaftssprecher die Kritik zurück. Feuerstein appelliert  an die Konsumenten: „Wer heimisches Fleisch kauft, der leistet seinen aktiven Beitrag gegen unnötige Tiertransporte. Dieses Faktum könnte auch vonseiten des Handels in seinen Werbemaßnahmen in den Mittelpunkt gerückt werden.“ Feuerstein zeigt sich auch verwundert, dass ausgerechnet die Milchwirtschaft von den Grünen infrage gestellt wird: „Ich kenne keinen Agrarexperten, der aufgrund der geografischen und klimatischen Gegebenheiten im Lande den großflächigen Umstieg auf den Ackerbau empfiehlt.“ VN-TW