Streit um Eizellen geht weiter

03.06.2019 • 20:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Schweizer Ehepaar klagt mit Anwalt (Mitte) am Zivilgericht Feldkirch. Eckert
Das Schweizer Ehepaar klagt mit Anwalt (Mitte) am Zivilgericht Feldkirch. Eckert

Zivilprozess um künstliche Befruchtung in Feldkirch fortgesetzt.

Feldkirch Vor rund drei Jahren ließ sich eine 43-jährige Thurgauerin in Vorarlberg behandeln. Sie und ihr Mann wünschten sich ein Kind, bislang vergebens. Deshalb wollten sie auf künstlichem Weg nachhelfen. Doch auch diese Versuche schlugen fehl, zudem glauben sie, das Institut hätte ihnen zwei befruchtete Eizellen vorenthalten, mutmaßen sogar, dass eine fremde Frau allenfalls zwei Kinder von ihnen ausgetragen haben könnte.

„Das ist völlig unmöglich“, sagt die Gegenseite. Nach Zahlungsverzögerungen bezüglich Arzthonorar und Mahnungen seien die Vorwürfe akut geworden, so die Beklagtenseite. Am Montag erklärte eine Biologin am Landesgericht Feldkirch, wie derartige Befruchtungen ablaufen, ein EDV-Experte nahm zum Dokumentationssystem Stellung und der Ehemann erzählte, was er hinter der Sache vermutet und dass er endlich die Wahrheit wissen wolle.

Komplizierte Vorgänge

Eine Biologin des Institutes gibt Auskunft, wie derartige Befruchtungen vor sich gehen. Im konkreten Fall nahm die Zeugin diese vor. Es gibt etliche Kontrollen, Punktions-, Kultur-, Transfer- und im Falle des Einfrierens Kryoprotokolle. Immer wieder werden die Embryonen beobachtet, es wird identifiziert und vermerkt. „Eine Verwechslung kann ich ausschließen“, so die Biologin. Es sei normal, dass sich Blastozysten nach der Befruchtung mehr oder weniger erfolgreich entwickeln. Wenn, wie in diesem Falle, sich zwei befruchtete Eizellen gar nicht mehr weiter entwickeln, also „stehen bleiben“, werden sie verworfen, das heißt entsorgt, weil aus ihnen nichts mehr entstehen kann. Sind manche Zellen in ihrer Reife verzögert, lasse man ihnen Zeit und versuche, ob sie nicht nachreifen und doch noch etwas aus ihnen wird.  Der Computerexperte der Beklagten erklärt, dass Dokumentationen auf Papier allenfalls anders aussehen als im Computer. Für den EDV-Experten ist leicht erklärbar, warum auf den Ausdrucken fehlerhafte Daten oder Zeiträume festgehalten sind. Die digitale Dokumentation sei aber deshalb trotzdem korrekt, versichert der Fachmann. Der Ehemann der Patientin hingegen ortet Versäumnisse, Fehler und Vertuschungsaktionen. Ende September geht der Prozess weiter. EC